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Die Rückkehr

Autor / Illustrator: Aaron Becker
Seitenzahl: 40
Erscheinungsjahr / Verlag: Gerstenberg Hildesheim 2017
ISBN: 9783836959537
Preis: 14,95
Genre: Bilderbuch
Thema: fantastisch / märchenhaft / Familie / Metafiktion
Zielgruppe: Büchereigrundstock Klassenlesestoff

Kurze Inhaltsangabe

Nach „Die Reise“ und „Die Suche“ folgt nun das dritte Abenteuer in der fantastischen Welt der Farben, das auch den Illustrator der Bücher selbst in die Geschichte holt.

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Im dritten Teil der ganz besonderen Fantasy-Saga tritt nun auch Aaron Beckers fiktives Selbst auf, das sozusagen vom Zeichentisch weggehend eine Tür findet, die ein Kind – vermutlich sein Sohn – mit den magischen Buntstiften im Haus hinterlassen hat. Er folgt ihm in die mittlerweile bekannte Welt hinter den Türen und erlebt dort gemeinsam ein spektakuläres Abenteuer, das wieder mit der magischen Kraft der Buntstifte, den Farben und dem Kampf des Königs mit der geheimnisvollen Armee zu tun hat. Ein geheimnisvoller Apparat der Soldaten kann diesmal die Farben absorbieren und damit die magische Kraft der Buntstifte aufheben. Doch am Ende gelingt eine Falle und die Farben können befreit werden.

Dass diese Geschichte ganz ohne Worte erzählt wird, ist sicherlich nicht das Spektakulärste Charakteristikum dieses Bilderbuchs. Auch das Übergangsmotiv ist nicht neu. Wirklich faszinierend ist der metafiktionale Charakter der Handlung. Denn die geheimnisvollen Stifte geben den Kindern die Macht, alle Dinge Wirklichkeit werden zu lassen, die sie sich aufmalen. Auf der Flucht vor den feindlichen Soldaten werden so geheimnisvolle Accessoires und Wesen erschaffen, die bei der Flucht helfen und nebenbei einiges an Spannung erzeugen. Der wenigstens sprachlich unkommentierte Charakter der Geschichte löst eine Suchreaktion aus, in der der Leser den Plot zu rekonstruieren sucht. Viel ist dabei zu entdecken, immer bleibt der Kern des Geschehens aber klar im Auge.

Neu im Vergleich zu den Vorgängerbänden ist der doppelt metafiktionale Charakter, da nun der – wenigstens vermutete – Autor selbst ins Bild rückt und damit eine Brücke zwischen fiktionaler Handlung und der Entstehung des Buches geschlagen wird. Als Authentifizierungsstrategie erweckt das den Eindruck eines wahren Ereignisses, was die Spannung und Eindringlichkeit der Handlung noch einmal zuspitzt.

Das vorliegende Bilderbuch fasziniert. Es ist ein beeindruckendes Beispiel für die Grenzen der Fiktionalität und die produktive Kraft des dekonstruktiven Spiels mit den Selbstverständlichkeiten des Erzählens. Sehr zu empfehlen!

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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