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Tanz der Tiefseequalle

Autor / Illustrator: Stefanie Höfler
Seitenzahl: 192
Erscheinungsjahr / Verlag: Beltz Weinheim 2017
ISBN: 9783407822154
Preis: 12,95
Genre: Erzählung / Roman
Thema: erste Liebe, Pubertät, Mobbing, Schule, Freundschaft, Anderssein
Zielgruppe: Büchereigrundstock Klassenlesestoff

Kurze Inhaltsangabe

Niko ist dick und wird wegen seines Aussehens in der Schule täglich gemobbt. Dabei ist Niko klug, witzig, erfinderisch. Nur sieht es keiner. Auf dem Schulausflug rettet ausgerechnet Niko die schöne Sera vor einer Grapschattacke des Klassenlieblings Marko. Infolgedessen wird Sera ebenfalls von ihrer Klasse gemobbt. Sie beginnt sich mit Niko anzufreunden. Wenn beide mutig sind, würden sie die Schönheit der ersten Liebe erkennen...

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Stefanie Höfler debütierte vor zwei Jahren mit ihrem erfolgreichen Kinderroman "Mein Sommer mit Mucks". In ihrem neuen Kinderbuch "Tanz der Tiefseequalle" beschäftigt sich Höfler wie im Debütroman mit einer schwierigen Figurenkonstellation.

Niko ist dick und wird wegen seines Aussehens in der Schule täglich gemobbt. Dabei ist Niko klug, witzig, erfinderisch. Nur sieht es keiner. In seinen Tagträumen flüchtet er sich vor den Beleidigungen, Hänseleien und bösen Streichen. Auf dem Schulausflug rettet ausgerechnet Niko die schöne Sera vor einer Grapschattacke des Klassenlieblings Marko. Infolgedessen wird Sera ebenfalls von ihrer Klasse gemobbt. Sie beginnt sich mit Niko anzufreunden. Wenn beide mutig sind, würden sie die Schönheit der ersten Liebe erkennen...

Höfler verbindet mehrere Fragen zu einer tief beeindruckenden Geschichte, die Jugendliche am Anfang der Pubertät stehend bewegen: Beliebtheit in der Schule, bei Gleichaltrigen, Außenseitertum, Toleranz, Freundschaft, äußere Schönheit vs. guten Charakter und innere Werte, erste Liebe.

Diese Elemente knallt Höfler nicht einfach so dem Leser hin. Nein, das wäre Höfler nicht. Sie verbindet sie ruhig, mal verdeckt, mal offener, mit viel Feingefühl. Höfler beherrscht die Kunst, zurückhaltend und doch emotional bewegend eine Geschichte zu erzählen, die unterhält, bewegt und mehr im Unbewussten Fragen und Nachdenken beim Leser auslösen. Die Figuren werden tiefschichtig geschildert. Stück für Stück lernt der Leser sie besser kennen, Höfler entblättert meist in Anrissen wichtige prägende Erlebnisse in der Biographie der Figuren.

Höfler wechselt im Erzählduktus zwischen der Ich-Perspektive von Niko und Sera. Witzig ist, dass Niko als Junge fast schon poetisch, ausführlich spricht, Sera hingegen kurz angebunden, manchmal gefühlskalt wirkend oder aufbrausend. Die Figuren sprechen anders, als man von ihrem Geschlecht allgemein vermuten würde. Typografisch hat der Verlag diesen Wechsel unaufdringlich gut umgesetzt. Ohne Probleme kann der Leser den Wechsel nachvollziehen.

Stefanie Höflers Roman "Tanz der Tiefseequalle" ist ein beeindruckendes, lang nachwirkendes Buch für Jugendliche ab 12 Jahre über erste Liebe, Mut, Mobbing, Aussehen und Charakter. Höfler gibt den Lesern ohne pädagogischen Zeigefinger Nachdenkstoff zu diesen Themen. Themen, die genau diese Leser intensiv beschäftigen.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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