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Zugvögel – Weltenwanderer im Wattenmeer ·

Autor / Illustrator: Andrea Köhrsen, Bernd-Uwe Janssen
Seitenzahl: 48
Erscheinungsjahr / Verlag: Willegoos Potsdam 2016
ISBN: 9783944445168
Preis: 16,90
Genre: Sachbuch
Thema: Naturschutz/Umweltschutz, Wattenmeer
Zielgruppe: Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei

Kurze Inhaltsangabe

Ein Paradies für Vögel, die sich vor einer langen und anstrengenden Reise noch einmal richtig satt fressen wollen, müssen – das ist das Wattenmeer an der deutschen Küste der Nordsee. Das hervorragende und sehr informative Sachbuch macht komplizierte Sachverhalte auch für Kinder ab ca. 6 Jahren verständlich. Dass man dabei etwas lernt, ist nicht unbeabsichtigt.

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Der Autor, bis 2015 Biologielehrer in Jever und immer noch in der Wattführer-Ausbildung tätig, teilt das Thema nach einer Einleitung (»Ziehen oder bleiben?«) in drei große Bereiche. Im »Flughafen Wattenmeer« personifiziert Bernd-Uwe Janssen sowohl die menschlichen Schützer als auch einzelne Exemplare der Tiere: Sein Vogelforscher an der Leybucht heißt Jan Peters, zwei der Ringelgänse heißen Anna und Juri. Sie gehören wie ihre Artgenossen zu den »Wintergästen«, pendeln zwischen dem Wattenmeer und der sibirischen Polarmeer-Küste. Die Wattführerin Wiebke Hinrichs beobachtet einige Pfuhlschnepfen, die als »Durchzügler« nur haltmachen auf ihrem Flug von Nordsibirien bis an die Küste Westafrikas. Olaf nennt er eine der Küstenseeschwalben, der um das Weibchen Svenja wirbt, um die kurze Zeit des Sommers als »Brutvogel« zu nutzen, denn den Winter verbringen sie in Südafrika. Mit diesem Stilmittel und den kleinen Geschichten dazu werden fachbezogene Inhalte emotional erfahrbar.

11 Millionen Zugvögel nutzen die »Landebahn Wattenmeer«, auf der Ankömmlinge sich an den gedeckten Tisch setzen und später wieder – aufgetankt und voller Energie – zum »Abflug!« abheben. Warum die Zugvögel Gruppenreisen bevorzugen, wie sie überhaupt ohne Navigationsgeräte den Weg finden und wie der Flug gesichert wird – das erfahren wir im zweiten großen Bereich. Der dritte fordert die (jungen) Leser auf, selbst aktiv zu werden, zu beobachten, Spuren zu suchen, Vögel zu schützen.

Bereits auf dem Titelbild sehen wir die dunklen Vogelschwärme über und auf dem Wattenmeer, das auf dem Vorsatz durch eine Übersichtskarte von West- über Ost- bis Nordfriesland die Küstenlandschaft der Deutschen Bucht zeigt. Den Fotobildern, die an alte Dias oder Memorykarten erinnern, begegnen wird auch im Inneren immer wieder – ergänzt durch kurze Texte. Immer wieder werden einzelne Tiere herausgestellt, Form, Länge und Funktion der Schnäbel aufgezeigt (»... für jede Etage ein passender Schnabel ...«), Prägung durch den ersten Ruf, Beringung im Rahmen eines Forschungsprojekts auf der Nordseeinsel Helgoland. Ergänzt werden die Fotos durch Grafiken; auf Zeichnungen von Tieren konnte durch die vielen stimmigen Fotos fast ganz verzichtet werden. Text und Bild gehen Hand in Hand, die Texte sind knapp und der Zielgruppe entsprechend formuliert, Fachbegriffe werden nicht ausgespart, sondern zusätzlich auf beigefügten „Notizzetteln” kurz erklärt.

Dem Buch merkt man an, dass es dem Autor wichtig ist, dieses besondere Stück Land, das seit 1985/86 Nationalpark ist, zu schützen. Wer sich nicht nur in den Strandkorb setzen will oder Strandburgen bauen möchte, der darf durchaus tätig werden. Das kann ein (geführter) Wattspaziergang sein, ein Besuch in einem Nationalpark-Haus oder ein Beobachten der Vögel im Watt. Das Buch ist dafür ein guter Start.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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