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Das Warterich

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Neues aus der BKJ

Engagement und Inklusion müssen einhergehen

[20.9.2017] Kultur ist der drittgrößte Engagementbereich in Deutschland. Die Menschen, die sich hier engagieren, sind auch eine unverzichtbare Stütze für die vielfältigen Angebote in der Kulturellen Bildung. Ihr Engagement ermöglicht ihnen kulturelle Teilhabe und befördert das soziale Miteinander. Die BKJ fordert, dass Engagement für alle besser gefördert wird, und der Kulturbereich sich für alle Menschen öffnet – für mehr Teilhabe.

Aus den zentralen wissenschaftlichen Ergebnissen zum freiwilligen Engagement in Kultur, die heute beim Fachtag „Diversität, Inklusion und Engagement in Kultur“ der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) vorgestellt worden sind, geht hervor, dass Kultur der drittgrößte Engagementbereich in Deutschland ist. Das ist gut, doch ist es für viele ehrenamtlich geprägte Vereinsstrukturen wie Chöre, Orchesterverbände oder Amateurtheater auch schwierig neue Engagierte* zu gewinnen, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen, und die dazu beitragen, die Angebotsvielfalt aufrecht zu erhalten. Die Zahlen zeigen außerdem, dass diejenigen, die sich engagieren eine kulturell eher homogene Gruppe sind. Diversität und Inklusion sind mit Blick auf die Engagement-Landschaft offenkundig noch kein Standard der Zivilgesellschaft.

Eine zentrale Frage ist daher: „Wie kann freiwilliges Engagement in Kultur für alle unter den Gesichtspunkten von Inklusion und Diversität möglich gemacht werden?“ Die BKJ empfiehlt, dass die Einrichtungen und Angebote freier Träger und die zahlreichen Vereine der Laienbewegungen, die abseits von kommerziellen Anbietern das kulturelle Leben prägen, für alle Menschen vielfältige Möglichkeiten schaffen, sich bei ihnen zu engagieren.

Im Kulturbereich gibt es erste Ansätze zu diversitätssensibler Entwicklung, um einerseits freie Kulturschaffende* aus unterrepräsentierten Communities zu stärken und andererseits langfristig strukturelle und institutionell verankerte Diskriminierungsformen abzubauen sowie diversitätsorientierte und demografiebasierte Entwicklungsprozesse in den Kultureinrichtungen zu etablieren.


FSJ bundesweit um digitale Inhalte und Komponenten ergänzen

Auftakt des neuen Bewerbungszeitraums im FSJ_digital

[20.9.2017] Der Bewerbungszeitraum für das – FSJ_digital – startet zum ersten Mal bundesweit. Zehn Wochen lang können sich Freiwillige* aller Träger für dieses Add-on eines FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) oder FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) bewerben. 100 Freiwillige* können in diesem Jahrgang von einer Projektförderung von max. 1.000 Euro, technischer Unterstützung, einem Zuwachs an Medienkompetenz und ihrer Vermittlung profitieren.

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) und das Kulturbüro Rheinland Pfalz bieten das FSJ_digital an, damit digitale Inhalte in den Jugendfreiwilligendiensten ihren Platz finden, Medienkompetenz als pädagogisches Ziel in der pädagogischen Begleitung verankert wird und digitales Engagement mehr Anerkennung bekommt. Außerdem werden durch die FSJ_digital-Projekte Freiwillige* weitergebildet, die die neuerworbenen Medienkompetenzen dann in ihren Einsatzstellen anwenden und diese und ihre Besucher*innen langfristig und nachhaltig auf unterschiedlichen Ebenen bereichern.

Damit Wissen und Fertigkeiten im Umgang mit digitaler Technik auch weiterhin gemeinwohlorientierten Einrichtungen zu Gute kommen und auch als Teil von Engagement mehr Anerkennung bekommen, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) die Förderung des FSJ_digital nach zwei Erprobungsjahrgängen für ein weiteres Jahr bis zum Sommer 2018 auf ganz Deutschland ausgeweitet.

Die Zwischenergebnisse der beiden Projektjahre zeigen, dass sich die bewährte Struktur eines Freiwilligendienstes in besonderem Maße als Umsetzungsebene für das Lernen und Handeln in der digitalen Welt eignet und sich digitales und analoges Engagement gegenseitig befruchten. Mit rund 100.000 jungen Menschen, die jedes Jahr einen Freiwilligendienst im Inland absolvieren, bieten sie ein großes Potenzial für die digitale Agenda der Bundesregierung. Diese Voraussetzungen sollten genügen, um nach dem kommenden Jahrgang eine bundesweite und langfristige Förderung von Projekten mit digitalen Inhalten in den Freiwilligendiensten zu etablieren.

Eine Bewerbung für das FSJ_digital ist ab sofort bis zum 30. November 2017 möglich unter fsjdigital-rlp.de.


Wie macht Kultur stark?

Jährlich 20.000 Kinder und Jugendliche profitierten in den letzten fünf Jahren vom kulturellen Bildungsangebot, das 662 Bündnisse aus Kultureinrichtungen, sozialräumlichen Institutionen sowie Kitas und Schulen realisiert haben. Wie die kulturpädagogische Praxis diese jungen Menschen stärken konnte, diskutieren die Bündnisse in Berlin.

[Berlin, 13.6.2017] Kulturelle Bildung unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, eigene Positionen zu entwickeln und zu vertreten. Sie brauchen heute mehr denn je Räume, in denen sie sich als selbstwirksam erleben und kritische Fragen entwickeln können. 662 Bündnisprojekte im Förderprogramm „Künste öffnen Welten“ der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) haben dies in den vergangenen fünf Jahren ermöglicht. Heute resümieren sie unter dem Titel „Kulturelle Bildungskonzeptionen für mehr Teilhabe erforschen und gestalten“ die Ergebnisse ihrer Arbeit. Die Tagung in Berlin bildet den fachlichen Abschluss des BKJ-Programms „Künste öffnen Welten“, das von 2013 bis 2017 im Rahmen von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert worden ist.

Kinder und Jugendliche angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen in ihren Selbstbestimmungsmöglichkeiten und in ihrer strukturellen Teilhabe zu stärken, ist ein anspruchsvolles Ziel Kultureller Bildung. Das ist gut und richtig, denn „es gibt noch immer eine große Zahl an Menschen, die sich als abgehängt und eben nicht als wirksam erleben. Wir fragen mit unserem Konzept ‚Das starke Subjekt‘ danach, welche Voraussetzungen wir schaffen müssen, damit möglichst alle Kinder und Jugendlichen sich selbst bestimmen und kritisch mit den gesellschaftlichen Entwicklungen umgehen bzw. diese konstruktiv mitgestalten können“, soTom Braun, Geschäftsführer der BKJ. Dabei gehe es nicht um Selbstoptimierung, sondern darum, eigene Standpunkte zu entwickeln sowie Offenheit für andere zu zeigen. „Mehr Teilhabe, Bildung und Kultur für alle zu erreichen, schaffen wir aber nur dann, wenn sich gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen weiterentwickeln und wir im demokratisch verfassten zivilgesellschaftlichen Netzwerk Kultureller Bildung, das bis vor Ort reicht, gemeinsam mit Bund, Ländern und Kommunen Verantwortung übernehmen“, so Tom Braun weiter.

Seitens des Bundesbildungsministeriums begrüßte Monika Bürvenich vom Referat Kulturelle Bildung und Europäische Schulen die 140 Teilnehmer*innen. Sie erläuterte, dass seit der ersten Pisa-Studie viel Energie in die formale Bildung investiert worden sei. Die außerschulische Bildung sei aus dem Blick geraten, dabei könne sie einen wichtigen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisten. Das Bundesbildungsministerium wolle mit „Kultur macht stark“ zusätzliche Angebote in der außerschulischen kulturellen Bildung schaffen. Die BKJ gewährleiste in „Künste öffnen Welten“ durch die sehr offene und spartenübergreifende Ausrichtung des Förderprogramms die ungeheure Bandbreite kultureller außerschulischer Bildung. Darüber hinaus seien es die Programmpartner, die „Kultur macht stark“ zum Erfolg führen. Sie stellten sicher, dass die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen in bildungsbenachteiligenden Risikolagen in den Bündnissen für Bildung erreicht werden. Und dass die Zielgruppe erreicht werde, zeige die Evaluation. Damit sei das Hauptziel des Programms erreicht, ein Grund, weshalb „Kultur macht stark“ auch ab 2018 fortgesetzt werde.

Weitere Fragen, die im Rahmen der Fachtagung diskutiert worden sind, richten sich auf die Zusammenarbeit unterschiedlicher Institutionen in einem Bündnis. Hierin liegt ein großes Potenzial für erfolgreiche Projekte, denn, so Lutz Lienke, der im BKJ-Förderprogramm „Künste öffnen Welten“ Mitglied der Jury ist, die die Projekte ausgewählt hat, und dem Vorstand des Bundesverbandes der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen angehört: „Die Bündnisqualität, das heißt die Zusammenarbeit von kulturellen Einrichtungen, Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie Partnern im Sozialraum, hat sich als zentraler Schlüssel in den Konzepten erwiesen: Sie bringen unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen ein, um neue Kinder und Jugendliche für Kulturelle Bildung zu begeistern, ungewöhnliche inhaltliche Wege zu beschreiten und nachhaltige Verantwortungsgemeinschaften zu bilden. Die tollen Projekte zeigen, dass sich Kulturelle Bildung dynamisch weiterentwickelt.“

Das Förderprogramm „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird ab 2018 fortgesetzt. Die BKJ informiert rechtzeitig, welche Programmpartner mit welchen Förderprojekten an der Fortsetzung von „Kultur macht stark“ beteiligt sein werden.


Rauskommen – der Jugendkunstschuleffekt

Was ist „RAUSKOMMEN!”?

„Rauskommen! – Der Jugendkunstschuleffekt” ist ein Innovationswettbewerb des bjke unter der Schirmherrschaft der Bundesjugendministerin und gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Erstmals in 2010 ausgeschrieben, hat der bundesweite Wettbewerb"Rauskommen!" zahlreiche bewegende und bewegliche künstlerische Projekte und Angebote sichtbar gemacht, die die besonderen gestalterischen Talente von Kindern und Jugendlichen gezeigt haben.

Der Titel des Wettbewerbs ist auch in diesem Jahr Programm: Gesucht sind die spannendsten laufenden oder kürzlich abgeschlossenen Aktivitäten von Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen, die in besonderer Weise

  • die Grenzen einer Einrichtung überschreiten, indem sie mobil, vielfältig vernetzt oder dezentral neuen Zielgruppen künstlerische Gestaltung ermöglichen | Zugangsbarrieren senken
  • Kinder und/oder Jugendliche in die Ideenfindung, Organisation und Umsetzung einbinden und ihre Gestaltungskompetenz sichtbar machen | Partizipation und Sichtbarkeit
  • eine Anknüpfung an Kinder- und Jugendkulturen und damit an das informelle Lernen schaffen | Jugendkultur und digitale Kommunikation
  • übertragbare Elemente für andere Einrichtungen enthalten,die es dauerhaft ermöglichen, professionelle kulturelle Bildung offen und tatsächlich zugänglich zu gestalten | Transferideen

Bewerbungsschluss ist der 15. Juni.

Eingeladen sind Jugendkunstschulen und kulturpädagogische Einrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet. Gefragt sind künstlerische Projekte, die dazu animieren, alles einmal auf den Kopf zu stellen, Grenzen zu überwinden und neue Perspektiven öffnen.

Einsendungen bitte an info-bjke@bjke.de.


Mehr Freiräume für Kinder und Jugendliche: Schulen und Künstler*innen arbeiten zusammen

[5. 5. 2017] Kinder und Jugendliche profitieren davon, dass Schulen und außerschulische Bildungseinrichtungen miteinander und mit vielfältigen Akteuren kooperieren und dabei die Expertise unterschiedlicher Fachkräfte einbinden. Zum Beispiel von Künstler*innen, die oft gemeinsam mit Pädagog*innen kulturell-künstlerische Projekte für Kinder und Jugendliche umsetzen.

Diese Kooperationen und die damit verbundenen künstlerischen Ansätze und Perspektiven können Freiräume schaffen, in denen es für Kinder und Jugendliche möglich ist, sich mittels der Künste auszudrücken und zu positionieren, selbstbestimmt und partizipativ. Damit kann der Institutionalisierung und Pädagogisierung des Aufwachsens eine neue Perspektive entgegengesetzt werden – die des Freiraums. Diese Freiräume und ein weites Verständnis von Bildung und Kooperation in der Ganztagsschule werden auch im 15. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung, der kürzlich veröffentlicht worden ist, gefordert.


Deutscher Multimediapreis mb21

Big Data is Watching you!

[2.5.2017] Kinder, Jugendliche, Schüler und Studenten bis 25 Jahre sind wieder dazu eingeladen, ihre digitalen Projekte und Arbeiten zum 19. Deutschen Multimediapreis mb21 einzureichen.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen, die Spaß am kreativen Umgang mit Medien haben, können sich ab sofort wieder am Deutschen Multimediapreis mb21 beteiligen. Seit 19 Jahren prämiert der Wettbewerb digitale, netzbasierte, interaktive und crossmediale Projekte und Produktionen, die in Kita, Schule, Hochschule oder in der Freizeit entstanden sind. Egal, ob App, Website, Video-Channel, Game oder Installation – alle Arbeiten, die verschiedene Medienformate miteinander verbinden, sind zum Wettbewerb zugelassen! Mitmachen können alle kreativen Medienschaffenden, die zum Zeitpunkt der Einreichung nicht älter als 25 Jahre sind. Einsendeschluss ist der 6. August 2017.

Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.mb21.de


Starke Kinderrechte für „starke Subjekte”

[25.4.2017] Vor einem Vierteljahrhundert, am 5. April 1992, trat in Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention in Kraft. Das ist einerseits ein Grund zu feiern, andererseits auch Anlass, die Anstrengungen für die Verwirklichung der Rechte von Kindern und Jugendlichen zu verstärken. Denn nach wie vor haben die Rechte junger Menschen in Deutschland keinen Verfassungsrang. Als Mitglied der National Coalition Deutschland und der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) fordert die BKJ die Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz seit Langem – und auch der UN-Ausschuss für die Rechte der Kinder hat dies für Deutschland bereits drei Mal (1995, 2004, 2014) angemahnt.

Eine Aufnahme der Kinderrechte in die deutsche Verfassung ist wichtig, um den Schutz, die Förderung und die Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Grundgesetz und das allgemeine Bewusstsein für die Rechte junger Menschen in der Gesellschaft zu stärken. Denn Kinder und Jugendliche sind keine „kleinen Erwachsene“, sie benötigen besonderen Schutz und kinder- und jugendgerechte Formen der Beteiligung.

Bisher werden Kinder im Grundgesetz lediglich als „Objekte“ elterlicher Verantwortung genannt. Auf Ebene der einfachen Gesetze, etwa im Kinder- und Jugendhilfegesetz, hat sich hingegen längst ein Paradigmenwechsel vollzogen: Hier sieht man junge Menschen als eigenständige Subjekte mit dem Recht auf Förderung, Persönlichkeitsentfaltung und Beteiligung. Auch in der kulturellen Kinder- und Jugendbildung ist dieses Paradigma der „Subjektstellung“ von Kindern und Jugendlichen handlungsleitend: Die Praxis der Kulturellen Bildung zielt darauf ab, dass die beteiligten Kinder und Jugendlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln, die sie stärken, und sich ihre Persönlichkeit umfassend entfaltet. Bildungs- und Entwicklungsziel der Kulturellen Bildung ist das „starke Subjekt“.

Um diesem Anspruch gerecht werden und die Praxis entsprechend weiterentwickeln zu können, müssen verschiedene „Wissensformen“ zusammenwirken: das Praxis- und Erfahrungswissen des Feldes in seiner ganzen Vielfalt ebenso wie das durch wissenschaftliche Erforschung und Reflexion generierte Wissen.

Deshalb setzt sich die BKJ als zivilgesellschaftliche Organisation auch politisch für die Verwirklichung der Kinderrechte ein und hat einen, nach den Politikfeldern Jugend, Bildung, Kultur und Auswärtiges, ausdifferenzierten Forderungskatalog aufgestellt, der benennt, was nach der Bundestagswahl politisch getan werden muss, damit die Rahmenbedingungen des Aufwachsens für alle jungen Menschen besser werden.


Wettbewerb: MIXED UP 2017

Foto: © Yvonne Most
Foto: © Yvonne Most

MIXED UP, der Wettbewerb für kulturelle Bildungspartnerschaften, prämiert seit mehr als zehn Jahren Kooperationen von kultureller Kinder- und Jugendbildung mit Schulen. Um der wachsenden Vielfalt weiterhin gerecht zu werden, entwickelt sich MIXED UP weiter. Erstmals können sich in diesem Jahr lokale und regionale Netzwerke von Jugend-, Kultur- und Bildungsakteuren, grenzüberschreitende kulturelle Bildungspartnerschaften und Kooperationen aus dem frühkindlichen Bereich am Wettbewerb beteiligen. Dazu wurden der MIXED UP Preis Bildungslandschaft, der MIXED UP Preis International und der MIXED UP Preis KITA neu ins Wettbewerbsprogramm aufgenommen.

Bis 15. Mai 2017 können Bewerbungen per Onlineformular unter www.mixed-up-wettbewerb.de eingereicht werden. Das Bewerbungsverfahren ist für alle Preise identisch.

Der MIXED UP Wettbewerb wird seit 2005 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ)  gemeinsam ausgelobt. Kooperationspartner auf Länderebene ist in diesem Jahr das Niedersächsische Kultusministerium.

Ausschreibung


15. Kinder- und Jugendbericht: Was ist Jugend?

[24.2.2017] Ist Jugend ein zeitlich begrenzter Lebensabschnitt, eine nostalgiegetränkte Projektionsfläche oder gar ein Feindbild? Ist Jugend ein Recht oder nur ein notwendiges Übel, das es so schnell wie möglich hinter sich zu bringen gilt?

„Jugend“ ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Das stellt der Anfang Februar erschienene 15. Kinder- und Jugendbericht fest und fordert, Jugend als eigenständige Lebensphase wieder in den Fokus zu nehmen. In dieser Phase des Aufwachsens sind junge Menschen gefordert, selbstständig zu werden, eine Position zu finden und zu vertreten sowie sich zu qualifizieren. Der Bericht nennt dies die „drei Kernherausforderungen“ dieses Lebensabschnitts.

Was tut die Gesellschaft im Allgemeinen und die Jugendpolitik bzw. die Kinder- und Jugendhilfe im Besonderen, damit junge Menschen diese Herausforderungen bewältigen können?

Die Analysten des Kinder- und Jugendberichts kommen nicht in allen Bereichen zu zufriedenstellenden Antworten. Sehr kritisch bewerten die Sachverständigen etwa, dass der Aspekt „Qualifizierung“ das Aufwachsen zulasten der weiterenAufgaben „Verselbstständigung“ und „Selbstpositionierung“ dominiert.

Kritisch fällt auch die Analyse der Ganztagsschule aus. Sie habe die in sie gesetzten Erwartungen bisher nicht erfüllen können, so die Autor/innen. Es sei ihr nicht gelungen, zum Abbau von Bildungsbenachteiligung beizutragen. Die Sachverständigen fordern deshalb, den Ganztag neu zu konzipieren. Sie ermutigen die Akteure der Jugendarbeit – also auch der Kulturellen Bildung –, Farbe zu bekennen, für welche Rechte von Jugendlichen sie stehen, welche Rahmenbedingungen sie ermöglichen wollen und ihre Angebote selbstbewusst in Bildungslandschaften einzubringen.

Als weitere zentrale Herausforderungen nennt der Bericht: Politische Bildung als übergreifendes Prinzip der Kinder- und Jugendarbeit, Diversität und Inklusion sowie die stärkere Berücksichtigung der Perspektive einer digital vernetzten Jugend.

Der aktuellen Kinder- und Jugendbericht liefert der kulturellen Bildungspraxis viele Argumente. Zugleich formuliert er Aufträge, die auch die Akteure der Kulturellen Bildung in die Verantwortung nehmen. Lesen Sie hier eine ausführliche Zusammenfassung zentraler Aussagen und Forderungen des 15. Kinder- und Jugendberichts von BKJ-Grundsatzreferentin Kirsten Witt.


Von der Willkommens- zur Begegnungskultur

[25.11.2016] Über ein Jahr ist es her, dass die Zahl der Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Not in Deutschland ankamen, vorübergehend stark anstieg. Spontan entstanden im ganzen Land Initiativen zur Unterstützung geflüchteter Menschen. Vielerorts beteiligten sich daran Akteure der kulturellen Bildungsarbeit. Getragen vom Geist einer spontanen Willkommenskultur legten sie einfach los. Seitdem hat sich vieles bewegt und verändert – und mit der Zeit stellen sich die Fragen danach, wie aus einem „Willkommen“ ein „Ankommen“ und „Aufgenommen“ werden kann, wie aus Ideen nachhaltige Konzepte hervorgehen, wie sich aus improvisierten Initiativen verlässliche Angebote entwickeln können.

Der Beitrag der BKJ und des Netzwerkes, das sie vertritt, liegt darin, mit inklusiven Konzepten Verantwortung für soziale und kulturelle Teilhabe zu übernehmen und diese zu sichern – für alle Kinder und Jugendlichen. Dies lenkt den Blick ausdrücklich nicht nur auf die Teilhabe geflüchteter Menschen, sondern aller hier lebenden Kinder und Jugendlichen mit ihren Familien. Die Strukturen der kulturellen Kinder- und Jugendbildung mit ihrer ganzen Breite an schulischen wie außerschulischen Orten, Sparten und Professionen schaffen Gelegenheiten und fördern die Bereitschaft, einander zu begegnen und sich aufeinander einzulassen.

Die Gestaltung einer tragfähigen Willkommenskultur an vielen Orten zeigt: Ohne die Erfahrungen, Kompetenzen und Netzwerke der Zivilgesellschaft geht es nicht. Die Rechte auf Teilhabe, Bildung und Wohlergehen zu sichern, Diversität anzuerkennen, Inklusion umzusetzen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, kann nur gelingen, wenn zivilgesellschaftliche Akteure, Politik und Verwaltung zusammenarbeiten. Deshalb ist es erfreulich, dass die „Initiative kulturelle Integration“, welche Kulturstaatsministerin Grütters, Bundesinnenminister de Maizière, Bundesarbeitsministerin Nahles und die Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Özoguz, ins Leben gerufen haben, ein breites Bündnis mit zivilgesellschaftlichen Akteuren zu Grunde legt. Unter Moderation des Deutschen Kulturrats sollen Vertreter/innen aus Staat und Verbänden gemeinsam Leitlinien und Strategien für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer pluralen Gesellschaft erarbeiten. Die BKJ wird sich als Dachverband der Kulturellen Bildung in Deutschland und als Mitglied des deutschen Kulturrats aktiv in diesen Prozess einbringen.


Diversität ist eine Tatsache

[27.9.2016] Die jüngsten Landtagswahlen zeigen: Der gesellschaftliche Zusammenhalt scheint fragil. Es gibt Bürger/innen, die das Vertrauen in die demokratischen Werte und Verfahren verloren haben. Andere stellen eine Diversität an Kulturen und Lebensentwürfen offen in Frage. Die politische Kultur des Landes zeugt zwar von mehr Debatte, aber auch von mehr Polarität.

Auf die Frage, wie der gesellschaftliche Zusammenhalt vor diesem Hintergrund gestaltet werden kann, gibt es unterschiedliche und sicherlich keine einfachen Antworten. Für die BKJ steht dabei fest, dass Diversität in unserer Gesellschaft als Tatsache anerkannt und Strukturen, Institutionen, Organisationen und ihre Verfahren für eine aktive Teilhabe aller weiterentwickelt werden müssen. Wer ausschließlich Integration in ein bestehendes Sozial- und Kulturgefüge fordert, der übersieht, dass ein demokratisches Miteinander ohne konkrete Erfahrungen der Teilhabe und des Mitentscheidens nicht möglich ist: Zu viele Menschen stehen vor strukturellen und institutionellen Hürden, die ihnen Anerkennung verwehren und die Wahrnehmung ihrer Rechte erschweren.

Die gesellschaftlich etablierten Individuen, Gruppen und Organisationen, zu denen auch die BKJ und ihre Mitgliedsorganisationen zählen, müssen nicht nur für marginalisierte Individuen und Gruppen „eintreten“, sondern sie vollumfänglich einbeziehen. Denn Teilhabe realisiert sich nicht allein durch die Verteidigung von Rechten, sondern durch die gemeinsame Veränderung von Gesellschaft durch inklusive Prozesse. Erst wenn alle ihre Rechte im Alltag sowie in den institutionellen und organisierten Zusammenhängen erfahren können, wenn es nicht nur um „Erprobungsräume“, sondern um „Ernst-Situationen“ geht, ist die gemeinsame Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft möglich.


Deutscher Generationenfilmpreis 2017

Beim Deutschen Generationenfilmpreis (bislang „Video der Generationen“) können ungewöhnliche Geschichten und Generationen-Beziehungen präsentiert werden. Thematisch bestehen keine Einschränkungen. Mit dem Jahresthema „Mensch-Maschine-Megabyte“ richtet der Wettbewerb den Blick auf die fortschreitende Digitalisierung aller Lebensbereiche. Ob in der Arbeitswelt oder Freizeit, in der Medizin oder bei der sogenannten Selbstoptimierung: die Veränderungen durch neue Technologien sind überall anzutreffen. Der Generationenfilmpreis lädt Filmschaffende der Altersgruppen bis 25 und ab 50 Jahre ein, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Auf die Gewinner warten Auszeichnungen im Gesamtwert von 7.000 Euro. Der Einsendeschluss ist am 15. Januar 2017.

Der Deutsche Generationenfilmpreis ist ein traditionsreiches und zugleich einzigartiges Medienforum. Als „Bundeswettbewerb Video der Generationen“ erstmals 1998 ausgeschrieben, hat er mittlerweile Tausende filmbegeisterte Menschen unterschiedlichster Generationen zusammengebracht und ältere Menschen zu kreativen Projekten motiviert. Zu den diesjährigen Kooperationspartnern zählen die Landesinitiative Niedersachsen Generationengerechter Alltag (LINGA) und das Institut für Medien und Pädagogik „medien.rlp“.

www.deutscher-generationenfilmpreis.de


Mehr Inklusion in der Kulturellen Bildung

Blick in den Saal während des Vortrags von Christian Judith. Foto: Andi Weiland | BKJ

Mit seiner Jugendstrategie 2015–2018 will das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Jugendliche in ihrer Persönlichkeit, ihren Rechten und Mitgestaltungsmöglichkeiten stärken – unabhängig davon, welche äußeren Bedingungen und persönlichen Fähigkeiten ihr Leben prägen. Deshalb ist das Praxisfeld der kulturellen Kinder- und Jugendbildung mit seinen stärkenorientierten Arbeitsansätzen ein wichtiger Partner der Bundesjugendpolitik auf dem Weg zu einer inklusiven Jugendhilfe.

Der BKJ-Fachtag „AllerArt Inklusion“ am 16. Juni 2016 in Essen zeigte vielfältige Beispiele, wie Inklusion durch Kulturarbeit mit jungen Menschen gelingen kann.

In den Workshops und Diskussionen wurde betont, dass es keinen Königsweg zur Inklusion gibt. Es gehe vielmehr darum, forschend herauszufinden, wie jeder Mensch auf Grundlage persönlich entwickelter und individuell angepasster Methoden über sich hinaus wachsen könne.

Damit alle, die in Essen nicht dabei sein konnten, an den Impulsen und Erfahrungen des Fachtages und der Projekte des „Innovationsfonds Kulturelle Bildung (2014–2016)“ teilhaben können, sind eine Video-Dokumentation der Tagung sowie eine Arbeitshilfe für die Praxis geplant.

Der Fachtag wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und von der Aktion Mensch gefördert.


Kulturelle Bildung in einer vielfältigen Einwanderungsgesellschaft

In einer Stellungnahme fordert die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) die umfassende Umsetzung der Kinder- und Jugendrechte für geflüchtete Kinder und Jugendliche. Sie beschreibt die Verantwortung und den potenziellen Beitrag kultureller Bildung – auch angesichts eines erforderlichen gesamtgesellschaftlichen Entwicklungsprozesses – und formuliert konkreten Handlungsbedarf.


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