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Süddeutsche Zeitung – SZ.de

Christine Dietzinger, Vorsitzende des Vereins Turmgeflüster, will zum Lesen animieren. (Foto: Carmen Voxbrunner)

Wertschätzung für andere Kulturen

Sehenswerte Wanderausstellung "1000 Bücher - 1000 Sprachen" in der Stadtbibliothek

Von Maximilian Neumair, Fürstenfeldbruck

"Issun-boshi", "Pablos Piñata" oder "Wie ich Papa die Angst vor Fremden nahm", so heißen einige der Titel, die auf einem Tisch und einem verglasten Brunnen liegen. Nach und nach schlendern einige Besucher herein und werfen interessierte Blicke auf die vielfältigen Auswahl und beginnen darin herumzublättern. Darunter finden sich vor allem an Kinder gerichtete Werke und Sachbücher, die sich unter anderem mit den Themen interkulturelle Begegnung und Abbau der Angst vor dem Fremden beschäftigen. Sie alle sind Teil der Wanderausstellung "1000 Bücher - 1000 Sprachen", die in Fürstenfeldbruck Station macht.

Christine Dietzinger, Vorsitzende des Vereins Turmgeflüster und Mitbegründerin des Bundesverbandes für Leseförderung, hat sich mit Blick auf die Internationalen Wochen gegen Rassismus darum bemüht. "Es ist wichtig, Orte zu schaffen, an denen Vorurteile abgebaut werden", betont Dietzinger. Mit der Ausstellung soll "Wertschätzung für andere Kulturen und andere Sprachen" entstehen. "Jeder kann auf seine Art und Weise in seinem Umfeld etwas tun und bewirken. Die Ausstellung hier soll ein kleiner Anstoß dafür sein."

Im Idealfall wird nicht nur nebeneinander gelesen, sondern es sollen Gespräche angeregt werden. Dass fremde Menschen über gemeinsame Aktivitäten wie Kochen oder Sporttreiben schnell Hemmungen abbauen und zueinander finden, sei kein Zufall. "Sprachen und Lesen sind immer mit Handlung und Aktivität verknüpft. Wenn man viel liest, hat man am Ende zwar viel Wissen, aber man braucht auch andere Kompetenzen und Fähigkeiten." So sei beispielsweise auch in Schulen das Problem, dass vieles nur verbal vermittelt wird und dadurch einseitig bleibt. Erst zum Beispiel durch gemeinsame Spiele kann sich vieles verfestigen. Im Zuge der Ausstellung soll es immer wieder Lesungen in verschiedenen Sprachen geben. Dietzinger erzählt, dass sie Veranstaltungen kenne, bei denen teils in bis zu sechs verschiedenen Sprachen vorgelesen werde, damit jeder etwas versteht. Das überfordere die Kinder jedoch, sagt sie und setzt daher auf ein anderes Konzept. So soll zum Beispiel die Fürstenfeldbruckerin Francesca Brizzi auf Italienisch vorlesen und anschließend mit den Kindern darüber reden. Mit ihnen lässt sich anhand von Sprachrhythmus und Betonung erraten, was gerade in der Geschichte passiert ist. "Die Welt ist unterschiedlich und die vielen Sprachen sind ein Ausdruck der Vielfalt. Es ist wichtig, dass das Kindern bewusst wird", meint Brizzi. "Wir haben viel mehr Dinge gemeinsam, als Dinge, die uns voneinander trennen", betont Dietzinger. Sie will durch das gemeinsame Treffen und gegenseitige Geschichtenerzählen genau das verdeutlichen.

In Zukunft verfügt der Verein Turmgeflüster auch eigene Räumlichkeiten für einen Ort der Begegnung nahe der Stadtbibliothek, in denen ursprünglich auch die Ausstellung stattfinden sollte. Für diese sind eine dauerhafte Schreibwerkstatt für Kinder, ein literarisches Café für Eltern und verschiedene Wochenendprogramme geplant. Dort soll die Idee hinter „1000 Bücher – 1000 Sprachen” fortgeführt werden, auch nachdem die Wanderausstellung weitergezogen ist. Diese befindet sich an der Stadtbibliothek im Lesecafé und hat noch bis zum Donnerstag, 19. März, geöffnet.

© SZ vom 10.03.2020

Original-Artikel SZ.de


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