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Ausser sich

Autor / Illustrator: Courtney Summers
Seitenzahl: 373
Erscheinungsjahr / Verlag: Beltz Weinheim 2017
ISBN: 9783407822161
Preis: 16,95
Genre: Erzählung / Roman
Thema: Außenseiter / Gewalt / Jugend / Adoleszenz / Kriminalität / Literatur / Missbrauch
Zielgruppe: Büchereigrundstock Klassenlesestoff

Kurze Inhaltsangabe

Nicht einmal ihre beste Freundin Penny glaubt ihr, dass sie vergewaltigt wurde… Romy steht plötzlich als Lügnerin da, den Sticheleien ihrer Mitschüler ausgesetzt. Mit Wut, Lippenstift und Nagellack schützt sie sich vor ihnen und dem Loch in ihrem Inneren. Doch nach einer Party kommt Penny nicht nach Hause. Hat ihr Verschwinden etwas mit Romy zu tun…?

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

„Kompromisslos und voll poetischer Kraft“ notiert der Verlag über Courtney Summers Roman „Ausser sich“ auf dem Cover und beschreibt damit exakt den Roman der jungen Autorin. Wenngleich thematisch, von der Handlung und der Figurenzeichnung unterschiedlich, erinnert das Buch in seiner düsteren Stimmung an Jay Ashers Bestseller „Tote Mädchen lügen nicht“.

Die Handlung spielt auf mehreren Ebenen: der Erinnerung an die Vergewaltigung (kühl, distanziert, „zerbrochen“ und damit erschreckend realistisch beschrieben – „Seine Hände sind überall und er liegt so brutal schwer auf ihr, dass sie keine Luft mehr bekommt, weshalb sie weint, und wie bringt man ein Mädchen dazu, dass es aufhört zu weinen? Man hält ihr den Mund zu.“), Jetzt, Zwei Wochen vorher und Danach. Romy wird vom Sohn des Sheriffs vergewaltigt, ein „Nein“ gilt für ihn nicht. Doch niemand glaubt der Jugendlichen. Sie beginnt, sich nach Außen hin mit hässlicher Kleidung, rotem Nagellack und Lippenstift abzugrenzen, Distanz zu schaffen, den Sticheleien ihrer Mitschüler, ihren Bemerkungen zu entgehen. Nach dem Verschwinden ihrer besten Freundin Penny nehmen diese noch verstärkt zu.

Summers beschreibt Romys Suche nach der Wahrheit gefühlvoll, authentisch, zerbrechlich, gleichzeitig hart, ohne Kompromisse einzugehen. Es entsteht eine Sogwirkung, die die Leserin und den Leser in ihren Bann zieht, es erschwert, das Buch aus der Hand zu legen. Ein sehr empfehlenswerter Roman für Jugendliche ab 15 Jahren, keine leichte Lektüre, sondern anspruchsvoll verfasste junge Literatur mit einer klaren Botschaft: Nein bedeutet NEIN!

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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