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Jeremy James - Elefanten sitzen nicht auf Autos

Autor / Illustrator: David Henry Wilson, Axel Scheffler
Seitenzahl: 128
Erscheinungsjahr / Verlag: Oetinger Hamburg 2017
ISBN: 9783789107795
Preis: 9,99
Genre: Erzählung / Roman
Thema: Familie / Junge / Komik / Humor
Zielgruppe: Klassenlesestoff

Kurze Inhaltsangabe

Jeremy James erlebt alltägliche Dinge, die jedoch bei ihm oft nicht alltäglich enden. Beim Einkauf mit Mama im Supermarkt zieht er die beste Mandarinenkonserve von allen unten aus dem Stapel kunstvoll aufgetürmter Dosen. Anstatt von Mama gelobt zu werden, zieht sie ihn eilig aus dem Laden. Und warum darf er auf der Beerdigung von Großtante Maud nicht fragen, ob er die Kiste haben darf, die da so achtlos eingebuddelt wurde? „Erwachsene leben wirklich in einer anderen Welt.“, findet Jeremy James.

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Jeremy James, der Kinderbuchklassiker ist wieder da! Zum 80. Geburtstag des britischen Autors David Henry Wilson hat der Oetinger Verlag den Bestseller und Kinderbuchklassiker „Elefanten sitzen nicht auf Autos“ in einer Jubiläumsausgabe neu aufgelegt. Und auch Jeremy James feiert Jubiläum: Seit 40 Jahren erfreut er Generationen von Kindern mit seinen lustigen Geschichten.

Aus allwissender Erzählperspektive erleben die Leser*innen Begebenheiten aus dem Leben von Jeremy James mit. Meist sind es alltägliche Erlebnisse wie das Spielen im Garten, der Einkauf mit der Mutter oder ein Abend mit der Babysitterin, aber auch besondere Ereignisse wie ein Zoobesuch oder die Beerdigung der Großtante. Zu dumm, dass die Erwachsenen Jeremy James nicht genau zuhören oder ihm keinen Glauben schenken: „Elefanten sitzen nicht auf Autos. Wenn Mama sagt, Elefanten sitzen nicht auf Autos, dann sitzen Elefanten nicht auf Autos“. Vielleicht würde ja manche Geschichte dann eher im Sinne seiner Eltern ausgehen… Jeremy James wundert sich über die seltsamen Erwachsenen, die anscheinend nicht genau wissen, was sie wollen und oft etwas ganz anderes meinen, als sie sagen.

Mit typisch britischem Humor entlarvt der Autor die Erwachsenen, so dass man sich als Vorlesende an der ein oder anderen Stelle ertappt fühlt: „Das, sagte sich Jeremy James, ist typisch. Weil sie friert, muss ich einen Mantel anziehen.“.

Der einzige etwas problematische Aspekt an diesen in den 70er Jahren verfassten Geschichten ist das traditionelle Rollenbild, das transportiert wird: Mama kauft ein und ist für die Mahlzeiten sowie Kinderbetreuung zuständig, während Papa arbeitet, ins Fußballstadion geht und Mama Geld zuteilt. Zum Glück wird Papa dafür in den Geschichten auch kräftig auf die Schippe genommen.

Der vorliegende Band enthält zwölf in sich abgeschlossene Geschichten mit Überschrift, etwa zehn Seiten lang. Das im Buch vorangestellte Inhaltsverzeichnis erleichtert die Übersicht.

Jede Geschichte ist mit zwei Schwarz-Weiß-Zeichnungen des erfolgreichen Illustrators Axel Scheffler illustriert. Die Bilder beziehen sich auf Schlüsselszenen und unterstützen so das Leseverständnis. Durchgängig ist jede Seite mit zwei kleinen Zeichnungen rechts und links der Seitenzahl geschmückt: Ein sitzender Elefant im Zirkus sowie ein Buch.

Mit Erst- und Zweitklässlern macht es riesigen Spaß, sich beim Vorlesen gemeinsam kaputtzulachen; Kinder ab acht Jahren können die Geschichten schon selbst lesen.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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