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Fünf Gramm Glück. Die Lebensgeschichte einer Brotdose erzählt von ihr selbst

Autor / Illustrator: Thilo Reffert, Sonja Kurzbach
Seitenzahl: 64
Erscheinungsjahr / Verlag: Klett-Kinderbuch Leipzig 2017
ISBN: 9783954701551
Preis: 11,95
Genre: Erzählung / Roman
Thema: fantastisch / märchenhaft / Schule / Schüler / Familie
Zielgruppe: Büchereigrundstock Klassenlesestoff

Kurze Inhaltsangabe

Brotdose sein ist langweilig? Von wegen! Das weiß jeder, der sich das neue Buch von Thilo Reffert zu Gemüte geführt hat.

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Sie liegt in einer Schublade und hat wohl die besten Tage hinter sich. So beginnt die Brotdose ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Von ihrer Erschaffung in einer Fabrik in China, dem weiten Weg mit Schiff und LKW und schließlich der Ankunft bei Ludwig, der sie für seine Schulbrote in der Pause brauchte. Doch auch nun war keineswegs Routine angesagt. Mal bleibt die Brotdose auf dem Pausenhof liegen, mal geriet sie sogar in ein Fundbüro. Schließlich folgte eine lange und traurige Zeit in der Schublade – doch da, greift Ludwig schließlich doch wieder nach ihr und die Sommerferien sind vorbei.

Auch von ihren Inhalten erzählt die Brotdose – denn ohne fühlt sie sich irgendwie ganz leer. Doch nicht jeder Inhalt gleicht dem anderen, und auch Aufbewahrungsorte sind verschieden. Der Kühlschrank hat seine eigenen Gesetze und der Spüler stellt sich als Tortur heraus. So gibt es viel zu berichten, humorvoll, unprätentiös und doppelbödig.

Herrlich komisch ist der Bericht der Brotdose, den Thilo Reffert bei Klett Kinderbuch publiziert. Das bebilderte Kinderbuch ist auch von der Form her eine Brotdose, zwar im klassischen Erstlesebuch-DIN-A5-Format gehalten, doch im Querformat mit dem Buchrücken oben, so dass fast der Eindruck entsteht, man öffne statt eines Buchtitels eine Brotdose. Einfache kurze Texte in 10 Kapiteln strukturieren das Buch und präsentieren die Brotdose als Ich-Erzähler. Sonja Kurzbachs Bilder sind comicartige Digitalillustrationen, die mit monochromen Farbflächen und leicht typisierten Figuren übersichtliche Szenen aus dem Leben der Brotdose zeigen. Dabei treten die Bilder deutlich hinter den Text zurück. Dennoch erzeugen sie eine dichte bildtechnische Erzählung, indem nicht nur ganzseitige Szenen, sondern auch zahlreiche Vignetten den Text garnieren. So macht das Buch Leseanfängern und versierten Lesern Spaß. Es ist durchaus zu empfehlen.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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