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Der Kirchendieb – Ein Abenteuer aus dem Mittelalter

Autor / Illustrator: Claudia Frieser & Peter Knorr & Doro Göbel
Seitenzahl: 126
Erscheinungsjahr / Verlag: dtv München 2015
ISBN: 978342376192
Preis: 6,95
Genre: Historische Erzählung
Thema: Geschichte Freundschaft Abenteuer
Zielgruppe: Büchereigrundstock Klassenlesestoff

Kurze Inhaltsangabe

Johanna ist 10, als sie als Küchenmädchen in den Bürgerhaushalt kommt. Das war um 1445 kein Zuckerschlecken, zumal der Sohn des Patriziers Chef der Konkurrenzbande der Bürgerkinder ist. Die beiden freunden sich dennoch an und entlarven bald den Dieb, der Kirchenschätze raubt. Das bringt Johanna in Lebensgefahr, doch die beiden Kinderbanden tun sich zusammen und retten Johanna in größter Not. Johannas Familie bekommt dadurch endlich eine richtige Wohnung.

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Das Problem, historische Zusammenhänge zu erklären und das Denken und Handeln der Protagonisten sowohl historisch korrekt als auch für Leser von heute verständlich zu machen, löst Claudia Frieser eindeutig: Das Leben der Menschen im Mittelalter beschreibt sie korrekt, die Zwänge, denen sie unterliegen, die gesellschaftlichen Unterschiede und Abhängigkeiten werden eindeutig, jeder Leser kann sich ein gutes Bild machen von der Stadt Köln mit ihrem noch lange nicht fertig gestellten Dom und den Menschen, die darin leben, gemeinsam mit dem Unrat, den Ratten und dem Gestank. Aber die Menschen sind ganz eindeutig unsere Zeitgenossen. Sie denken und handeln so, wie wir es von unseren Kindern und den Mitbürgern erwarten würden. Nur so ist die nachhaltige Freundschaft zwischen Johanna und dem Patriziersohn zu verstehen – die unüberbrückbaren Gesellschaftsschranken wurden nur in den allerseltensten Fällen durchbrochen. Frieser betont das allerdings auch ausdrücklich. Noch unwahrscheinlicher ist eine so generöse Belohnung der guten Tat Johannas, die ihre Familie, ohne den tödlich verunglückten Vater der Armut preisgegeben, aus dem Elend holt und Johanna selbst auf eine Schule schicken lässt. Und Johanna greift auch noch begeistert zu. Aber nichts ist unmöglich und es ist doch auch schön so.

Die genauen Illustrationen des Zeichnerpaares zeigen die mittelalterliche Stadt, wie wir sie natürlich nicht mehr kennen, einige Infoblöcke erklären den mittelalterlichen Alltag, nicht sehr ausführlich, aber ausreichend und leicht verständlich. Ein nettes Geschichtsbuch, spannend zu lesen, gut anzugucken.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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