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Das zweite Leben des Travis Coates

Autor / Illustrator: John Corey Whaley
Seitenzahl: 304
Erscheinungsjahr / Verlag: Hanser München 2015
ISBN: 9783446247413
Preis: 15,90
Genre: Adoleszenzroman
Thema:
Zielgruppe:

Kurze Inhaltsangabe

„Es heißt man stirbt nur einmal.” In dieser Geschichte muss man dem Spruch allerdings widersprechen. Travis ist schwer krank und verlässt die irdische Welt mit 16 Jahren. Allerdings kommt er 5 Jahre später in voller körperlicher Form wieder zurück. Wie ist das möglich?

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Travis Coates ist ein 16-jähriger Junge, der an Leukämie erkrankt ist. Es ist klar, dass er nicht mehr lange leben wird. Allerdings ist das nicht wirklich das Ende seines Lebens in dieser Geschichte. Es gibt nämlich die Möglichkeit den gesunden Teil von Travis, und das ist der gesamte Kopf, einzufrieren und ihn so lange zu konservieren, bis ein passender Körper gefunden wird, dem der Kopf wieder angenäht werden kann. Angelegt waren für die ganze Sache etwa 20 Jahre, bis die Wissenschaft wirklich so weit ist, das Vorhaben umzusetzen. Wider Erwarten kann Travis bereits nach 5 Jahren wieder zum Leben erweckt werden.

Eine ziemlich krasse Idee für eine Geschichte, und tatsächlich birgt sie eine Menge Potential! Denn wer hat sich schon mal Gedanken darüber gemacht, wie es wäre, wenn man die kaputten Teile seines Körper einfach durch gesunde Teile anderer Menschen ersetzt? Welch moralischen Hindernissen man mit solch einem Gedanken gleich konfrontiert ist, ist enorm. Im Buch wird dies auf jugendliche und direkte Art geschickt aufgenommen und dennoch nicht allzu moralisch und philosophisch aus der Sicht von Travis erläutert. Hinzu kommen in der gesamten Geschichte ganz unerwartete Probleme. Dass die Transplantation geglückt ist, sollte eigentlich alle wieder glücklich und absolut zufrieden machen. Doch Tatsache ist, dass die Menschen,die um Travis herum sind in den letzten 5 Jahren ohne ihn weiter gelebt haben, sich von ihm verabschiedet haben für ungewisse Zeit, und damit nichts mehr so ist, wie es einmal war. Nur für Travis ist alles so, wie es vor 5 Jahren war, als er eingefroren wurde.

Sehr klug werden in dem Buch all solche Probleme, die diese futuristische Wissenschaft mit sich bringen könnte, anhand des Lebens von Travis mal beiläufig, mal intensiv, mal erdrückend, mal komisch angesprochen. Sehr spannend und ziemlich lässig zugleich wirkt dieses Buch mit solch einem eigentlich ernsten Thema. Ein faszinierendes Jugendbuch über Identität, das Erwachsenwerden, Freundschaft und Liebe unter solchen Umständen. Sehr empfehlenswert!

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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