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Buchtipp Archiv

„Wirklich, wir können nur unsere Bilder sprechen lassen” – Kunstgeschichten

Reproduktionen von Gemälden der Neuen Pinakothek, München

Autor / Illustrator: Christine Traber & Ingo Schulze
Seitenzahl: 150
Erscheinungsjahr / Verlag: Hanser München 2015
ISBN: 9783446247581
Preis: 19,90
Genre: Geschichten zu Gemälden
Thema: Bildende Kunst Literatur Bildbetrachtung
Zielgruppe: Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei

Kurze Inhaltsangabe

P. Bonnard: Braunkohlengrube, P. Cézanne: Selbstbildnis, E. Degas: Die Büglerin, J. Ensor: Stilleben im Atelier, C,D, Friedrich: Fichtendickicht im Schnee, Th. Gainsborough: Porträt Mrs.Thomas Hibbert, V. van Gogh: Blick auf Arles, F. J. Goya y Lucientes: Marquesa de Caballero, F. Hodler: Die Lebensmüden, Jenenser Student. Zu diesen Bildern, in der Reihenfolge wiedergegeben und noch weiteren, haben die beiden Autoren Geschichten geschrieben, die die dargestellten Personen zu Wort kommen lassen.

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Dieses Buch könnte ein ganz besonderes Geschenk sein, weil es Heranwachsenden einen überraschend anderen Zugang zu verschiedenen Gemälden bekannter Meister ebnet.

Der Buchtitel ist ein Zitat aus dem letzten Brief von Vincent van Gogh an seinen Bruder Theo. Der Titel ist etwas sperrig, versucht aber zu verdeutlichen, dass die Autoren die Bilder lebendig werden und sprechen lassen möchten.

Dazu werden einzelne Bildausschnitte in Buchseitengröße wiedergegeben, ohne dass vorher das gesamte Gemälde gezeigt wird. Der Betrachter vertieft sich also zuerst in Bildausschnitte, die mit den Texten auf der gegenüberliegenden Seite korrespondieren. Diese sind ganz unterschiedlich und machen neugierig auf das Bild, das dann ganz zum Schluss des jeweiligen Textes gezeigt wird. Leider wirkt die Vollansicht des Bildes nicht so imposant wie in Wirklichkeit. Dazu ist die Reproduktion einfach zu klein. Aber vielleicht bekommt man Lust, sich das Original in München anzusehen?

Die Texte, die die Autoren erfunden haben, sind sprachlich ausgezeichnet und vom Inhalt unterschiedlich, was den besonderen Reiz ausmacht. Da finden sich Gedankengänge, die die Porträtierten beim Entstehen der Gemälde hatten, da werden Erlebnisse erzählt, die zum Entstehen des Gemäldes führten, es finden sich Lebensberichte, Zwiegespräche über ein Bild, aber auch Gedanken des Meisters selbst, die ihm beim Malen durch den Kopf gegangen sein könnten. Auf der Buchinnenseite geht man quasi durch das Museum und sieht die Bilder hängen. Auf den letzten Seiten sind alle Meister mit den hier erfassten Bildern aufgelistet. Hier findet man als Ergänzung zum bisher Gelesenen Wichtiges über den Maler und den Inhalt des Bildes. Selbstverständlich kann man sich auch auf einer Seite über die beiden Autoren informieren.

Das sorgfältig gebundene Buch mit seinen festen, in Pastellfarben gehaltenen Innenseiten kann oft gebraucht werden und verspricht eine lange Lebensdauer.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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