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Buchtipp Archiv

Tagebuch einer Killerkatze

Autor / Illustrator: Anne Fine & Axel Scheffler
Seitenzahl: 61
Erscheinungsjahr / Verlag: Moritz Frankfurt 2015
ISBN: 9783895652981
Preis: 9,95
Genre: Erzählung
Thema:
Zielgruppe:

Kurze Inhaltsangabe

Katzen gehören niemandem und sie sind auch keine Kuscheltiere, auch wenn Ellie "ihre" ausgerechnet "Kuschel" nennt. Kuschel ist ein Raubtier, die Menschen sind eher ein notwendiges Übel für sie. Irgendwo muss man ja schließlich leben und die Futterdosen machen sich auch nicht von allein auf.

Eine herrliche Geschichte mit tollen Bildern!

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

"Okay, okay, hängt mich ruhig auf! Ja, ich hab den Vogel getötet." So beginnt keine Geschichte für Kinder. Aber genauso beginnt diese Geschichte – und sie ist wahrhaftig eine für Kinder, für Erstleser, für Katzenliebhaber und für Katzenhasser gleichermaßen. Wir erleben eine Woche, Tag für Tag, mit den Augen einer Katze. Am Montag bringt sie einen Vogel in die Familie. Am Dienstag ist Beerdigung, am Mittwoch bringt sie eine Maus, eine tote Maus selbstverständlich. Beerdigung am gleichen Tag. Donnerstag schleppt, schiebt und zieht die Katze ein Kaninchen durch die enge Katzenklappe, ein totes Kaninchen. Es ist Hoppel, das Kaninchen der Nachbarin.

Man mag sich gar nicht recht vorstellen, wie sich ob dieser Szenerie die Mundwinkel der Leser verziehen, nicht zum Weinen, sondern zum herzhaften Grusellachen. Aber genauso ist es! Die Bilder von Axel Scheffler sind daran nicht ganz unschuldig, trifft er doch hervorragend die emotionale Lage der Katze Kuschel, aber auch die des Mädchens Ellie ("sehr nah am Wasser gebaut"), die der Mutter ("Diese Katze macht meine ganzen Beete kaputt!") wie die des Vaters ("Verschwinde!"). Dazu kommen noch die Menschen im Wartezimmer der Tierärztin, von den toten Tieren ganz zu schweigen. Kuschel ist, so sagt es ja schon der Titel, eine "Killerkatze". Dabei wird jedoch verschwiegen, dass fast alle Katzen sind wie Kuschel, was sie aber kaum weniger liebenswert macht. Katzenliebhaber nennen es Charakterstärke.

Eine ausgesprochen geeignete Geschichte in kurzen Teilen, die Leseanfängern das Weiterlesen über den Inhalt leicht machen. Damit wird einerseits die Ausdauer geschult und zugleich das Zuendelesen belohnt, denn der Text hat genau die richtige Anzahl an Höhepunkten und retardierenden Momenten, dass keine Langeweile aufkommt oder Streckungen beklagt werden müssten. Dabei spart er nicht mit Anforderungen (Anemonen, Petunien, Lobelien, brühwarm, Plastiktüte, bäuchlings usw.) an die Lesefertigkeit, gibt aber schon äußerlich viele Hilfen durch die großen serifenlosen Druckbuchstaben, dem 1,5-zeiligen Abstand und den kurzen, ca. 40 Zeichen langen Zeilen.

Welchen Anteil die Übersetzung von Barbara Heller an der lakonische humorvollen Art der Geschichte hat, können wir nicht beurteilen. Sehr gelungen ist sie allemal.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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