Bundesverband Leseförderung e.V.
Wir lesen, weil wir die Welt verstehen und gestalten wollen

Buchtipp Archiv

Der Galimat – und ich

Autor / Illustrator: Paul Maar, Ute Krause
Seitenzahl: 253
Erscheinungsjahr / Verlag: Oetinger Hamburg 2015
ISBN: 9783789142963
Preis: 12,99
Genre: Erzählung
Thema: Junge Familie, Freundschaft
Zielgruppe: Büchereigrundstock Klassenlesestoff

Kurze Inhaltsangabe

Jim ist ein schlauer Kerl, der sich täglich im Lexikon neues Wissen aneignet. Doch damit macht sich der Zehnjährige in seiner Klasse nicht beliebt, auch sein Lehrer hält ihn für einen Angeber. Jim wäre gerne erwachsen, dann könnte er durch die Teilnahme am Fernsehquiz schnell reich werden und sich und seiner Familie viele Wünsche erfüllen. Plötzlich taucht in seinem Zimmer “GALIMAT” auf, der ihn mithilfe einer Pille für kurze Zeit erwachsen werden lässt. Damit aber tauchen neue Probleme auf...

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Paul Maars Bücher über das Sams sind – auch durch die Verfilmungen – bei Kindern und Eltern sehr bekannt und beliebt. Nun hat er mit dem “GALIMAT” eine neue Figur geschaffen, die viele Ähnlichkeiten mit seinem Vorgänger hat.

Unerwartet purzelt das roboterähnliche Wesen in das Leben eines “normalen” Menschen, hat besondere Fähigkeiten und Vorlieben, kann sich sichtbar und unsichtbar machen, hat einen leichten Sprachfehler ... und bringt alles durcheinander.

Dieses Mal ist es ein zehnjähriger Junge, Jim, der im Mittelpunkt der Geschichte steht. Jim kann gelesenes Wissen sehr gut abspeichern, er weiß über die ausgefallendsten Themen Bescheid. Das alles hat er aus dem Lexikon, wo er gerade beim Buchstaben O angekommen ist. Angespornt und trainiert wird er dabei vom Onkel und der Tante, bei denen er lebt. Die kümmern sich – wegen der Abwesenheit der Eltern – liebevoll um ihn, haben aber den Traum, durch Jims Wissen und seine Teilnahme am Fernsehquiz reich zu werden und dadurch der Familie zahlreiche Wünsche erfüllen zu können.

Jim hat Spaß am Lernen, leider jedoch den Zwang, bei Stichworten der Mitschüler und der Lehrer sein Wissen mitteilen zu müssen. So ist die Rolle des Angebers für ihn vorgezeichnet. Zum Glück gibt es aber den Freund Daniel und die Freundin Rebekka, die zu Jim stehen und ihm auch Einblick in die Schwierigkeiten ihres Alltags geben.

Als dann der Galimat in Jims Leben tritt, erhofft sich der Junge Hilfe bei seinen Problemen. Der kleine Kerl kann nämlich eine Pille herbeizaubern, mit der sich Jim in einen Erwachsenen verwandeln kann. Endlich kann er es in der Schule den Kindern und Lehrern, die ihm und seiner Freundin Rebekka das Leben so schwer machen, in der Rolle eines Schulrats mal so richtig zeigen. Und auch beim Quiz im Fernsehen muss man ja erwachsen sein, um daran teilnehmen (und gewinnen) zu können.

Doch zum Fernsehauftritt kommt es dann gar nicht mehr, denn Jim nutzt die letzte verfügbare Zauberpille, um seiner Freundin und ihrer Mutter in der Auseinandersetzung mit Rebekkas Vater zu helfen. Als “Rechtsanwalt” löst er im Gespräch mit dem Vater schnell ihre Probleme.

Natürlich geht das Ganze nicht ohne Verwicklungen, Verwechslungen, Verwirrungen von sich, denn zuerst weiß ja nur Jim von der Existenz des außerirdischen Wesens und niemand erkennt ihn in der Rolle des Erwachsenen. Da kommen Familiengeheimnisse ans Licht und bringen Enttäuschungen mit sich. Und Jim merkt, dass es nicht wünschenswert ist, in der Rolle eines Erwachsenen zu stecken, wenn man um die Aufmerksamkeit einer gleichaltrigen Mitschülerin kämpft. Sein Alltag wird durch das Dasein des Galimat und der kleinen Zauberpille nicht wirklich einfach, aber am Ende wird alles gut.

In einem Interview in der “Zeit” weist Maar auf den Zauber des Lexikons hin, das für ihn in der Kindheit eine so große Bedeutung als Lektüre hatte und in diesem Buch eine wichtige Rolle spielt. Auch in der Zeit der Suchmaschinen behält das Lexikon seinen Reiz, denn man findet hier eben auch Informationen, nach denen man nicht gesucht hat und wird so auf Wissensinhalte aufmerksam gemacht.

Diese zauberhafte Geschichte - spannend und witzig erzählt – zeigt aber auch, wie gut es ist, einfach Kind sein zu können, trotz aller Einschränkungen und Sorgen... und wie toll es ist, mit der Freundin beim Eisessen über diese Sorgen sprechen zu können.

Sowohl für Jungen als auch für Mädchen ab etwa acht Jahren ist “DER GALIMAT” zum Vorlesen – auch in der Klasse – sehr zu empfehlen und für gute Leser etwa ab der dritten Klasse zum Selberlesen bestens geeignet. Die Einteilung in Kapitel, die Größe der Schrift und die zahlreichen Illustrationen unterstützen die Lesemotivation. Leser und Zuhörer werden sich wünschen, dass der Galimat noch einmal in Jims Leben purzelt und weitere Abenteuer folgen.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
← zurück zum Archiv
Bundesverband Leseförderung e.V. | Rathausstr. 37a | 52072 AachenTelefon: +49 (0)700 / 28 537 361 | Sprechzeiten: Di. 15–17 Uhr, Do. 10–12 Uhr
Ein Anruf aus dem deutschen Festnetz kostet:
Mo – Fr von 9 – 18 Uhr: 6,3 ct/30 Sekunden, übrige Zeit: 6,3 ct/Minute
Email: info@bundesverband-lesefoerderung.de© 2009 - 2019 by Bundesverband Leseförderung e.V.