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Die Tage in Paris

Autor / Illustrator: Jojo Moyes, Claire Rollet
Seitenzahl: 107
Erscheinungsjahr / Verlag: Rowohlt Reinbek 2015
ISBN: 9783499267901
Preis: 8,00
Genre: Erzählung
Thema: Liebe/Erste Liebe, Emanzipation, Frau, junge
Zielgruppe: Büchereigrundstock

Kurze Inhaltsangabe

Paris ist bekanntermaßen die Stadt der Liebe und auch die beiden Paare Liv und David und Sophie und Edouard verbringen ihre Flitterwochen dort. Nur liegen zwischen diesen Hochzeitsreisen fast hundert Jahre, in denen erstaunlich Ähnliches passiert. Der Text bildet die Vorgeschichte zu "Ein Bild von dir".

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Liv und Sophie, zwei junge Frauen, verbringen beide mit ihren Ehemännern ihre Flitterwochen in Paris. Beide verbindet ein Bild. Es wurde von Edouard, seit kurzem Sophies Ehemann, gemalt und zeigt seine Gattin in trübsinniger Stimmung. In genau jener Gemütslage entdeckt Liv es in einem Pariser Museum, fast hundert Jahre später.

"Die Tage in Paris" enthält zwei romantische Geschichten, ohne jemals ins Kitschige zu verfallen. Vielmehr lädt die empathische Erzählweise der Autorin zum Mitfreuen und auch zum gemeinsamen Traurigsein ein. Liv heiratet David nach kurzer Zeit, viel zu früh, wie ihr alle sagen. Doch sie ist sich ihrer gemeinsamen Liebe sicher. Diese Sicherheit ist verflogen als David ein um den anderen Geschäftstermin in Paris hat. Gleiches gilt 86 Jahre zuvor für Sophie. Hier glaubte niemand, dass ihr Mann, der gesellige und charmante Künstler, jemals heiraten würde, schon gar nicht ein Mädchen aus der Provinz. Es ist die intrigante Mimi, die ihr deutlich macht, dass sie ihren Mann nie für sich allein haben wird. Beide Flitterwochen in Paris am Beginn und am Ende des 20. Jahrhunderts scheinen nun zu einem unglücklichen Ende zu kommen. Die Schuldigen stehen auch fest, es sind die Männer, die ihren Frauen nicht die nötige Aufmerksamkeit schenken.

Jojo Moyes gelingt es dabei, dieses Gefühl nie so plakativ aufkommen zu lassen. David wirkt nicht als herzloser Ehemann, vielmehr als von der Arbeit getriebener, der seine Zeit viel lieber mit seiner Frau verbringen würde. Auch Edouard hat nur Augen für seine Gattin, doch daran glaubt Sophie nicht mehr. Am Ende ist es Offenheit, Vertrauen und der Mut seine Gefühle zuzulassen, die die Liebenden wieder zueinander bringt. Den Beginn bildet, wie so oft das Gespräch. Bei David mit den Geschäftspartner darüber, dass auf Hochzeitsreisen kein Platz für Geschäftliches ist und bei Sophie ist es die Dirne Luis, die ihr endlich glaubhaft machen kann, dass sie ihren Mann für sich allein hat.

Jojo Moyes hat in dieses kleines Büchlein in zwei dichte Handlungen ein Auf und Ab der Gefühle verpackt, in denen sich Verliebtheit und Verletzlichkeit, Offenheit und Ohnmacht und viel mehr Spielarten dessen finden, was zwischen Liebenden nicht nur in Paris vor 100 Jahren, jetzt und vermutlich auch noch in 100 Jahren passiert.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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