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Love Letters To The Dead

Autor / Illustrator: Ave Dellaira
Seitenzahl: 412
Erscheinungsjahr / Verlag: cbj München 2015
ISBN: 9783570163146
Preis: 17,99
Genre: Adoleszenzroman
Thema: Familie, Liebe/Erste Liebe, Tod
Zielgruppe: Büchereigrundstock

Kurze Inhaltsangabe

Lauras ältere Schwester verstarb durch einen Unfall? vor ihren Augen. Durch eine Aufgabe im Englischunterricht angeregt schreibt Laura Briefe an verstorbene prominente KünstlerInnen und verarbeitet so ihre Trauer und ihre Schuldgefühle. Erst nach fast einem Jahr findet sie auch Worte, um mit Lebenden über ihre Gedanken und Gefühle zu sprechen.

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

“Es gibt Dinge, die ich nur Leuten erzählen kann, die nicht mehr da sind”, schreibt Laura. Nach dem Tod der Schwester, an dem sie sich die Schuld gibt, trennen sich die Eltern. Niemand weiß, wie er mit dem Verlust und seiner Trauer umgehen kann. Laura schreibt an Tote, die auch ihr Leben beeinflusst haben durch ihre Songs, Gedichte oder Filme. Sie sind Erinnerung und Anknüpfungspunkt an die Gegenwart. Viele der Künstler (6 Männer und 5 Frauen) hatten ähnliche Selbstzerstörungsgedanken wie ihre Schwester und sie oder ihre Freundin.

Erst durch das Schreiben gewinnt Laura Klarheit über das, was sie von der Schwester wusste, was sie nicht kannte, wie sehr sie sich ähnlich waren oder auch verschieden. “ Man bildet sich ein, jemanden zu kennen, und vergisst darüber, dass jeder Mensch sich ständig verändert, auch man selbst”.
Sie macht sich in den Briefen auch Gedanken über den neuen Alltag. “ Auch wenn man meint, alles richtig gemacht zu haben, kann man sich nie sicher sein, was am Ende dabei rauskommt”, erkennt sie.

Schließlich ist sie soweit, dass sie in die Zukunft schauen kann, um ihr eigenes Leben zu gestalten. Sie spricht über ihre Selbstzweifel, die Schuldgefühle, die Angst, dem Bild, das andere von ihr haben, nicht genügen zu können. Dadurch wird das eigene Bild realistischer.
Das Buch ist interessant komponiert. Wenn auch die Leserlnnen nicht alle Briefpartner kennen, so erfährt man doch einiges über die Menschen und dies reizt, sich im Internet mehr Wissen anzueignen.

Die Geschichte, bestehend aus Briefen an Verstorbene gibt nach und nach einen Blick frei auf das Leben hinter den Fassaden, die für andere und als Schutz aufgebaut werden. Musik verbindet auch die neuen Freunde und öffnet einen neuen Weg ins Leben.
Das Buch ist ein Plädoyer dafür, miteinander zu sprechen und es zeigt den Wert von Freundschaft und einem Umgang mit Trauer und Verlust.
Fazit: Absolut lesenswert!

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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