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Evolution oder das Rätsel von allem was lebt

Autor / Illustrator: Jan Paul Schutten, Floor Rieder
Seitenzahl: 160
Erscheinungsjahr / Verlag: Gerstenberg Hildesheim 2015
ISBN: 9783836957977
Preis: 24,95
Genre: Sachbuch
Thema: Geschichte Natur
Zielgruppe: Büchereigrundstock Klassenlesestoff

Kurze Inhaltsangabe

Die Entstehung der Erde und des Lebens darauf ist eines der größten Rätsel der Menschheitsgeschichte. Die Evolutionstheorie bietet hier einige Erklärungsvorschläge. Jan Paul Schutten und Floor Rieder geben diesen Argumenten eine faszinierende und wunderbar zugängliche Form.

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Warum sollte man Pantoffeltierchen Beifall klatschen? Hat es immer schon Atome und Moleküle gegeben? Wie wird ein Bakterium zum Blauwal? Was verrät ein Virus über unsere Vergangenheit? Solche und andere Frage stellt Jan Paul Schutten in seinem neuen Sachbuch "Evolution". Ausführlich und umfangreich, doch gut zugänglich und verständlich erklärt er den aktuellen Stand der Evolutionstheorie. Von elementaren Fragen geleitet, erarbeitet er in 11 Teilen auf 160 Seiten einen faszinierenden Einblick in die Welt- und Menschheitsgeschichte. Sachlich ausgesprochen vielfältig und substanzreich, bleibt die Darstellung immer ansprechend, den Lesern zugewandt, kein bisschen überheblich und immer mit viel Humor besetzt. Da wird man ständig aufgefordert Beifall zu klatschen und man erfährt, dass manche Tiere mit dem Po gegessen haben. Die Weltgeschichte ist voller Absurdidäten - jedenfalls aus unserer heutigen Perspektive. Und auch scheinbar schreckliche Momente - der Nahrungskreislauf, der Tod - sind wichtige Elemente der Steuerung von Leben auf unserem Planeten. So kann man in diesem wunderbaren Buch auf die Suche nach den Ursprüngen gehen, was sich als ausgesprochen kurzweilige und informative Reise herausstellt.

Nicht zuletzt sind dafür auch die vielen Bilder von Floor Rieder zuständig, die sich in enger Frequenz auf allen Seiten befinden. Wie in einem Sachbuch üblich, veranschaulichen und illustrieren sie das textlich Dargestellte. Sie zeigen Bilder, Grafiken und Karten, Schaubilder etc., manchmal aber auch comicartig inszenierte Situationen und Sequenzen, die nicht selten eher grotesk und witzig sind, nie aber den Kern einer Aussage verpassen. Die Bilder sind grafische und mehrschichtige Drucke, die durch prägnante Konturen und stilistische Typisierungen reduziert wirken. Für ein Sachbuch ungewöhnlich ist der fehlende Hang zur naturalistischen Präzisierung. Dennoch schaffen die Bilder - gerade in der Vereinfachung und Verfremdung - einen hervorragenden Einblick in die dargestellte Wirklichkeit; mit hohem Informationswert.

Faszinierend ist auch, dass Jan Paul Schutten intensiv auch Grenzen der aktuellen Forschung zur Evolutionstheorie aufzeigt. So geht er ausführlich auf kreationistische Einwände ein. Zwar gibt er sich als glühender Verfechter des evolutionistischen Denkens zu erkennen, er überdeckt aber nicht Leerstellen und Widersprüche und Alternativen im Denken der Wissenschaften.

Das vorliegende Buch überzeugt auf der ganzen Linie. Es ist Kindern und Erwachsenen zur Lektüre ausdrücklich zu empfehlen.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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