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Lasse findet einen Schatz

Autor / Illustrator: Frank Hartmann, Irina Bruder
Seitenzahl: 40
Erscheinungsjahr / Verlag: Urachhaus Stuttgart 2016
ISBN: 9783825176686
Preis: 14,90
Genre: Erzählung
Thema: Freundschaft, Sprache
Zielgruppe: Büchereigrundstock Klassenlesestoff

Kurze Inhaltsangabe

Vor dem Schlafengehen grübelt Lasse und möchte am liebsten alles ungeschehen machen. Doch er hat das Wort gesagt und sein Freund Vincent ging schweigend davon. Kann ein Wort weh tun? Ja. Dann trifft Lasse im Traum Hieronymus Wortreich, bei dem alle möglichen Worte eintrudeln. Und er hat auch eine Kiste voller WIEDERGUTMACHWORTE…

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

In einer wunderbaren Geschichte werden der Wert der Freundschaft und die Bedeutung der Sprache im Miteinander beleuchtet. Was richtet ein schnell gesagtes Schimpfwort an? Und wie kann man damit umgehen? Welche Reaktion könnte Nachdenklichkeit und vielleicht ein Bedauern beim Aussprechenden erzeugen? Was kann man tun, um das einmal Gesagte zu entkräften? Solche Fragen werden in diesem Kinderbuch ohne den pädagogischen Zeigefinger betrachtet und zu einer Lösung geführt.

Aus Lasses Perspektive taucht der Leser ein in die Nacht zwischen dem Aussprechen des Schimpfwortes und der Versöhnung und erlebt mit der Hauptfigur eine phantastische Traumwelt im Reich der Worte. Durch ein Netz wird er aufgefangen, aber nicht nur er, sondern auch die Worte der Menschen. Und Hieronymus Wortreich bringt Ordnung in diese bunt durcheinander purzelnden Worte und Buchstaben. Er sammelt sie in Kisten und Regalen, repariert kaputte Worte und erfindet neue. Er spricht sie, hört sie klingen und spielt mit ihnen. Das alles zeigt er Lasse und in der Kiste für Schimpfworte findet der Junge sein ausgesprochenes Wort, das er am liebsten in die Abfallkiste werfen will. Doch Hieronymus zeigt ihm noch eine andere Kiste, bevor sie sich verabschieden.

Die doppelseitigen, der Geschichte unterlegten Bilder sind in zartfarbiger Buntstift- oder Kreidetechnik sehr stimmig gestaltet und spiegeln die Gefühlswelt Lasses hervorragend wider. Und obwohl die realistisch anmutende Illustration meist ein Gleichgewicht zum Text in klarer dialogreicher Sprache hält, finden wir darüber hinaus ein Sammelsurium überbordender Worte in der Illustration. Diese Details in der Gestaltung laden lesende Kinder und Erwachsene immer wieder zum wiederholten Betrachten und Entdecken ein. Das wird auch schon im Buchcover deutlich, wo man Lasse auf einer riesigen Schatzkiste sitzen sieht, aus der die Worte herausquellen. Mit diesem Kinderbuch ist ein Gesamtkunstwerk gelungen, das mit Recht seine 2. Auflage erlebt und auf Grund der zeitlosen Thematik immer aktuell bleiben wird.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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