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Freddi, Valle Müs und die Sache mit der Liebe

Autor / Illustrator: Mara Schindler, Dorothée Böhlke
Seitenzahl: 130
Erscheinungsjahr / Verlag: Rowohlt Reinbek 2016
ISBN: 9783499217166
Preis: 9,99
Genre: Erzählung
Thema: Familie, Liebe / Erste Liebe, Trennung
Zielgruppe: Büchereigrundstock Klassenlesestoff

Kurze Inhaltsangabe

Fredrika, genannt Freddi, wohnt mit ihren Eltern und ihrem geliebten Hund Valle Müs im Alten Bahnhof in Hoppelstein. Alles scheint in Ordnung, bis sich Papa und Mama nach einem heftigen Streit trennen. Da beginnt Freddi, sich Gedanken über die Liebe zu machen und darüber, ob die Liebe eigentlich verloren gehen kann. Sie befragt die unterschiedlichsten Bewohner des Dorfes und kommt schließlich in ihrem Aufsatz über die Liebe zu erstaunlichen Ergebnissen. 

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Die Geschichte von Freddi beginnt mit der Vorstellung des Dorfes Hoppelstein und seiner Bewohner. Auf einer Karte auf der ersten Doppelseite des Buches kann der Leser Freddis Fahrradsause durch den Ort mitverfolgen.

An einem Sonntagmorgen im März ist der Frühling da und Freddi macht sich auf den Weg zum Fluss, zum Märchenwald und zum Land der 1000 Maulwurfshügel, um mit ihrem kleinen Freund Stucke Maulwurfshopping zu spielen. Als sie nach ihrem Ausflug ins Haus stürmt, sitzt Mama weinend am Küchentisch.

Da nimmt das Drama seinen Lauf. Die Eltern streiten sich heftig. Freddis Mutter stellt fest, dass sie das Leben in dem kleinen Dorf auf Dauer nicht aushält und eine Auszeit braucht. Sie macht eine Woche Urlaub in Berlin und genießt das Großstadtleben. Freddis Vater sitzt unterdessen in seiner Tischler-Werkstatt und weint.

Freddi ist vorübergehend sich selbst überlassen und macht sich Gedanken über die Liebe. Auf dem Dachboden steht die Wiege, die Papa selbst gebaut hat und in der Freddi geschlafen hat, als sie noch ein Baby war. FREDRIKA, FRUCHT DER LIEBE VON LISA & TIM, 3. SEPTEMBER 2004, ist auf der Vorderseite in das Holz eingraviert. Freddi erschrickt: Kann die Liebe einfach so zu Ende gehen? Und was wird dann aus den Früchten der Liebe? Was ist, wenn Mama und Papa sich scheiden lassen? Zum Glück hat Freddi noch ihren Hund Valle Müs, der sie tröstet. (Leider wird im Buch nicht erklärt, wie der Hund zu seinem Namen kam.)

Über die Osterferien gibt Freddis Klassenlehrerin den Schülern, die ihre Deutschnote verbessern wollen, die Aufgabe, einen Aufsatz mit freier Themenwahl zu schreiben. Einzige Bedingung: Der Aufsatz muss neugierig machen, muss überzeugen, soll die Lehrerin umhauen.

Und Freddi schreibt einen Aufsatz über die Liebe. Weil sie das selbst mit ihren 10 Jahren noch nicht so genau wissen kann, geht sie los und fragt die Erwachsenen. So unterschiedlich wie die Menschen, sind auch die Antworten. Es gibt verschiedene Arten von Liebe. Freddi berichtet von der Kranichliebe, der Storchenliebe und der Maulwurfliebe ...

Es ist eine Freude, diesen Aufsatz am Ende des Buches zu lesen. Sehr anschaulich und berührend erzählt die Autorin aus der Sicht Freddis von den unterschiedlichen Aspekten der Liebe. Die Liebe ist anstrengend, sie ist das Schönste, sie macht traurig und sie macht glücklich, man muss gut auf sie aufpassen. Die Zusammenfassung des Aufsatzes ist einfach großartig und rührt den (erwachsenen) Leser zu Tränen. Schöner hätte man es nicht ausdrücken können.

Mara Schindler hat ein wunderbares Kinderbuch geschrieben. Leider sind die Illustrationen in ihrer Qualität dem Inhalt der Geschichte nicht angemessen. Die Bilder wirken beliebig, erzählen nicht, geben die Atmosphäre des Buches nicht wieder - und das ist sehr schade.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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