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So leicht, so schwer

Autor / Illustrator: Susanne Straßer
Seitenzahl: 24
Erscheinungsjahr / Verlag: Hammer Peter Wuppertal 2016
ISBN: 9783779505389
Preis: 14,90
Genre: Bilderbuch
Thema: Tiere, Experimentieren, Fantastik
Zielgruppe: Büchereigrundstock Klassenlesestoff

Kurze Inhaltsangabe

Der Elefant will wippen, doch das ist gar nicht so einfach. Denn er ist viel zu schwer, wer soll mit ihm wippen? Zum Glück kommen viele Tiere auf den Spielplatz...

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Der Elefant steht auf der Wippe, aber die wippt eben nur, wenn auf beiden Seiten jemand ist. Doch auch mit dem Pinguin will die Wippe sich nicht bewegen, denn der Elefant ist viel zu schwer. Auch der Affe, der Strauß und die Giraffe, die zum Pinguin auf die Wippe steigen, schaffen nicht das Gleichgewicht und selbst als das Nilpferd mit aufsteigt und die Wippe immerhin zum Ausgleich kommt, gibt es noch kein gemeinsames Wippen. Erst das Kind mit Trompete und Dino an der Leine macht aus der komischen Situation ein Spiel.

Es ist eine skurrile Situation, die hier von Susanne Straßer gezeichnet wird. Der Elefant auf dem Spielplatz und die offensichtliche Unausgewogenheit der Spielenden wird sequentiell aufgebaut und humorvoll inszeniert. Doch die Substanz der Spielsituation ist letztendlich abhängig von einem Kind, das als Mitspielender Sinnbildung betreibt und der statischen Szene Leben verleiht.

Das Bilderbuch arbeitet mit typischen Gestaltungsmerkmalen. Die flächenhafte Szene in mittlerer Distanz wird von stark reduzierten und typisierten Protagonisten bevölkert. Die monochrome Farbgebung schafft starke Kontraste und klar voneinander abgegrenzte Farb- und Figurenräume. Auf eine differenzierte Kontextualisierung im Sinne eines Hintergrundes wird verzichtet. Die Handlung entwickelt sich von Seite zu Seite in sequentieller Abwandlung eines Grundmusters. Doch wird das standardisierte Muster auch vielfach gebrochen und ergänzt.

Gerade die humorvolle Überzeichnung der Situation wird deutlich ausgespielt. Das Krokodil will nicht mitspielen, weil es keine Zeit, worüber alle froh sind und die Tiere finden sich auf der Schaukel in skurrilen Verrenkungen wieder, die jede Seite zu einem fröhlichen Miteinander werden lassen. Sprachrhythmus und Lautmalereien versetzen die Sprache fast in die Nähe der Lyrik und erzeugen eine poetische Situation, die gerade das Vorlesen zum Genuss werden lässt.

So entsteht ein rundum anregendes und fröhliches Bilderbuch mit jeder Menge Spaß beim Entdecken. Sehr zu empfehlen!

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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