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Evolution. Eine kurze Geschichte von Mensch und Natur

Autor / Illustrator: Josef H. Reichholf, Johann Brandstetter
Seitenzahl: 240
Erscheinungsjahr / Verlag: Hanser München 2016
ISBN: 9783446245211
Preis: 22,90
Genre: Sachbuch
Thema: Evolution, Entwicklung des Menschen
Zielgruppe: Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei

Kurze Inhaltsangabe

In diesem Buch schildert der bekannte Naturwissenschaftler Josef H. Reichholf sehr anschaulich und von farbigen Zeichnungen unterstützt die Entstehung und die Entwicklung des Lebens auf unserem Planeten. Ein Blick in eine mögliche Zukunft rundet das Buch ab.

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Ein naturwissenschaftliches Sachbuch stellt hohe Ansprüche an den Leser, doch wenn sich der Autor auf Wesentliches beschränkt und sich auch in der Fachsprache etwas zurücknimmt, kann die Lektüre zu einem spannenden Vergnügen werden, zumal, wenn zahlreiche Hilfen den Text begleiten.

Josef H. Reichholf hat Biologie, Chemie, Geografie und Tropenmedizin studiert und viele Forschungsreisen unternommen. Er lehrte an Münchener Hochschulen, und diese Lehrtätigkeit wird bei der Lektüre dieses Buches deutlich spürbar: Das, was der Pädagoge „didaktische Reduktion“ nennt, nämlich Beschränkung auf das Wesentliche, in Verbindung mit einem überzeugenden methodischen Ansatz machen dieses Buch bei aller wissenschaftlichen Exaktheit sehr lesenswert. Wichtige Schlagwörter und Fachbegriffe werden farblich unterlegt hervorgehoben, immer wieder werden in farbigen Kästchen konzentrierte Zusammenfassungen und Erklärungen angeboten. Nicht genug schätzen kann man die wunderschönen Illustrationen von Johann Brandstetter.

Reichholf hat sein Buch in drei Abschnitte untergliedert. Im ersten Teil erklärt er die Entstehung des Menschen und die Gründe für die Unterschiedlichkeit nach Aussehen, Sprache und Kultur. Dass die Gattung Mensch in Afrika entstanden ist, dürfte inzwischen allgemein bekannt und akzeptiert sein. Dass aber die verschiedenen Zeiten der „Auswanderung“ aus Afrika und dann die Anpassung an unterschiedliche Umweltbedingungen, etwa im kälteren Norden, Ursachen der Differenzierung sind, wird sehr anschaulich vermittelt. Die Umstellung auf Fleischnahrung spielte eine entscheidende Rolle bei der Menschwerdung. Im zweiten Teil beschreibt Reichholf die Entwicklung des Lebens, also die Evolution, sehr geschickt ausgehend vom beliebtesten Haustier des Menschen, vom Hund. Von da geht er zurück bis zum Ursprung des Lebens. Und im dritten Teil, der nicht nur für naturwissenschaftlich Interessierte mit Spannung zu lesen ist, stellt er die kulturschaffende und kulturgeprägte Natur des Menschen vor.

Wer bereit ist, Reichholf zu folgen, wird gegen Ende vieles lesen, was ihn selbst bewegt: Die Gefahr, dass der Mensch mit seiner Gier dabei ist, die Grundlage seiner Existenz zu zerstören, dass er vielleicht zu Unrecht die Bezeichnung Homo sapiens trägt und dass er auch nicht Zweck der Schöpfung ist, sondern nur eines unter Abermillionen Lebewesen. Trotzdem endet das Buch optimistisch!

Insgesamt: Dies ist kein Buch, das man in einem Zug von vorne bis hinten durchlesen sollte, sondern eher kapitelweise und fast wie ein Nachschlagewerk benutzen kann. In jedem Fall aber ist es ein Buch, dem man viele, vor allem junge Leser wünscht. Allerdings neigt der Verfasser dazu, und das soll der einzige Punkt einer Kritik sein, zu viel Wissen in die Sätze hineinzustopfen, was oft dazu führt, dass der komplizierte Satzbau einer flüssigen Lektüre hinderlich ist.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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