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Mein bisher bestes Jahr: Wer vorher nachdenkt, verpasst ne Menge

Autor / Illustrator: Daniela Böhle, Katharina Greve
Seitenzahl: 240
Erscheinungsjahr / Verlag: Satyr Berlin 2016
ISBN: 9783944035734
Preis: 12,95
Genre: Erzählung
Thema: Abenteuer, Familie, Freundschaft
Zielgruppe: Klassenlesestoff Büchereigrundstock

Kurze Inhaltsangabe

Paul ist kein Held. Er ist nicht besonders mutig oder klug. Er erlebt auch keine außergewöhnlichen Abenteuer. Paul ist zwölf, ziemlich verpeilt und damit ist sein Leben abenteuerlich genug! Was Paul so besonders macht, ist sein Tagebuch. In ihm hält er seine Erlebnisse fest, ehrlich und mit Witz.

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Dieses Buch erfährt viel zu wenig Aufmerksamkeit. Die Besonderheit ist, das es den kleinen Jungen tatsächlich gibt und dieser hatte Mitspracherecht beim Verfassen der Geschichte. Der 13-jährige Sohn der Autorin hat sich die Abenteuer ausgedacht. Was ist authentischer als Dinge, die von einem Jungen in dem Alter stammen?

Die Geschichte wird als Tagebuch erzählt. Erst einmal ist die Idee, dass ein Junge Tagebuch schreibt, etwas abwegig. Aber wie er es tut, zeigt den Unterschied zwischen Mädchen und Jungs auf. Mal schreibt er nur einen Satz, dann einen ganzen Roman. Viel Gefühlsduselei gibt es nicht. Dieser Umstand spricht dafür, dass das Buch von Jungs gelesen werden kann. Zwar tauchen auch gefühlsduselige Dinge auf, werden aber nicht in den Vordergrund gerückt. Es ist eher der Spaß an verrückten Abenteuern und die unlogische Sicht des Jungen, die zum Schmunzeln anregt.

Paul will ein Held sein, aber das soll nicht anstrengend sein. Sein Leben dreht sich um seine Freunde und das erste Schwärmen für ein Mädchen. Er gerät in Situationen mit denen er nicht umgehen kann, doch er versucht es trotzdem. Manchmal geht etwas schief, aber manchmal wird am Ende trotzdem alles gut. Das Buch verbreitet eine Lebensphilosophie, die sehr wünschenswert ist und tatsächlich in diesem Alter etwas Halt geben kann.

Pauls Tagebuch wird ein Jahr lang geführt, es kommt ohne große Höhepunkte aus. Ein Drama bleibt aus, denn ein Kinderleben besteht nicht immer nur aus Party und traurigen Momenten. Schultage beginnen nun mal mit der Pausenglocke und enden auch genau so. Dazwischen ist das Leben und mag es noch so unscheinbar sein – es ist trotzdem das von Paul.

Sehr empfehlenswert auch für Eltern, die wissen wollen, wie ihr Junge tickt. Lädt zum Schmunzeln, aber auch zum Staunen ein.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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