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Klippen springen

Autor / Illustrator: Claire Zorn
Seitenzahl: 253
Erscheinungsjahr / Verlag: Thienemann Stuttgart 2016
ISBN: 9783522202206
Preis: 14,99
Genre: Jugendroman
Thema: Mobbing, Familiendrama, erste Liebe
Zielgruppe: Büchereigrundstock Klassenlesestoff für Arbeitsbücherei

Kurze Inhaltsangabe

Hannahs Leben verändert sich schlagartig, wegen eines kleinen Zwischenfalls auf einer Party. Sie wird von allen Schülern furchtbar gemobbt und sehr gemein attackiert. Als sich alles schlagartig ändert, bleibt Hannah misstrauisch.

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Als Hannah an die High-School kommt, ändert sich ihr ganzes Leben. Das liegt aber nicht nur an dem neuen Umfeld, sondern vor allem am Verhalten ihrer Mitschüler. Verzweifelt versucht sie dazu zu gehören und klammert sich an die Freundin aus der Grundschule. Mehr oder weniger wird sie in der Mädchenclique geduldet bis ein dummer Zwischenfall auf einer Party alles verändert. Von diesem Tag an wird sie gemobbt. Erst sind es nur gemeine Sprüche, später Schmähseiten auf Facebook, Sachbeschädigung und die Zerstörung ihres Eigentums. Sie wird mit Essensresten beworfen, ihre Hausaufgaben bespuckt und immer wieder der Lächerlichkeit aller Preisgegeben. Jeder Tag in der Schule kostet sie Überwindung. Ihren Eltern vertraut sie sich nicht an und die Lehrer scheinen darüber hinweg zu sehen. Hannahs große Schwester Katie, weiß von den Problemen. Sie sieht das Leiden jeden Tag aber sie tut nichts dagegen. Vor den Augen der anderen, sind die Schwestern nicht einmal miteinander verwandt. Irgendwann bricht Hannah zusammen und weigert sich in die Schule zu gehen. Dieser Tag verändert Hannas Leben grundlegend, denn plötzlich hören alle Gemeinheiten mit einem Schlag auf. Doch Hannah bleibt misstrauisch. Auch als der neue Schüler Josh echtes Interesse an ihr zeigt.

Durch die vielen traumatischen Ereignisse und Erlebnisse ist Hannah nicht nur reserviert, sondern auch sehr ernst. Es scheint als hätte sie Lachen und Spaß vollkommen aus ihrem Leben gestrichen. Bis Josh in ihr Leben tritt. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, sie aus ihrem Schneckenhaus zu locken.

Hannah erzählt die Geschichte im Präsens in der ich-Form. Hin und wieder erhält der Leser tiefere Einblicke in ihr Leben durch die Schilderung vergangener Ereignisse. Diese Erinnerungen sind gekonnt in die laufende Handlung eingefügt. Am Anfang des Buches sind es Erinnerungen vom ersten Schultag. Doch je weiter die Handlung fortschreitet, umso näher rücken die Erinnerungen den furchtbaren Tag der alles änderte.

Die sensible Hannah schreibt gern Listen, um ihren Kummer zu verarbeiten. Fast Jedes Kapitel beginnt mit einer dieser Listen. So erfährt der Leser das Lieblingsessen der Schwester, Hannahs berufliche Ziele oder welchen Schimpfworten Hannah in der Schule ausgesetzt war.

Im Verlauf der Story findet Hannah zu sich, lernt mit ihrem Kummer umzugehen und wieder Vertrauen zu anderen Menschen zu fassen. Die gesamte Geschichte gibt einen sehr tiefen psychologischen Einblick in die verletzte Seele eines Mobbingopfers. Wer nie ein solches Mobbingopfer gewesen ist, kann nicht die Hälfte aller geschilderten Gefühle nachempfinden. Jeder Betroffene findet sich in großen oder kleinen Teilen wieder. Ohne schmalzig oder gefühlsduselig zu sein, ist dies ein wirklich trauriges Buch. So viele Tränen habe ich beim Lesen seit langem nicht mehr vergossen. Ich mag keine traurigen Geschichten, aber diese ist wirklich großartig und lebensnah. Am Schönsten ist natürlich das positive Ende. Der leuchtende Punkt am Horizont von Hannahs Leben.

Wir haben dieses Buch als Teil einer Buchpräsentation zum Thema Mobbing mit der 9. und 10. Gymnasialen Klassenstufe erarbeitet sowie besprochen. Grundsätzlich ist es natürlich eher für eine weibliche Zielgruppe geschrieben, wurde aber erstaunlicherweise von zwei Jungen präsentiert. Sehr empfehlenswert für die Altersgruppe ab 14.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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