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Buchtipp Archiv

Alice im Wunderland

Autor / Illustrator: Lewis Carroll, Benjamin Lacombe, Antonie Zimmermann
Seitenzahl: 266
Erscheinungsjahr / Verlag: Jacoby & Stuart Berlin 2016
ISBN: 9783946593102
Preis: 39,95
Genre: Fantastische Erzählung / Bilderbuch
Thema:
Zielgruppe: Büchereigrundstock

Kurze Inhaltsangabe

Ein hervorragend gestaltetes und recherchiertes Buch mit behutsamen Textänderungen in den Übersetzungen, dazu aufwendige Bilder von höchster Qualität. Allein das Zusatzmaterial mit vielen Informationen rund um die Geschichte und den Autor verdient bereits großes Lob. Geeignet zum Vorlesen wie zum Staunen und Liebhaben!

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Die Geschichte von Alice im Wunderland dürfte bekannt sein, der Hintergrund der Entstehungsgeschichte eventuell nicht. Der Autor, Charles Lutwidge Dodgson (*1832), der später unter dem Pseudonym Lewis Carroll bekannt wird, ist Sohn eines Pastors in England. Er studiert u. a. Literaturwissenschaften und Mathematik, veröffentlicht im Fachgebiet diverse Aufsätze und ist zusätzlich als Fotograf tätig. Zwei seiner Fotos, die die sechsjährige Alice Lidell zeigen, sind im Anhang des Buches abgedruckt.

Während einer Ruderfahrt erzählt er Alice spontan eine Geschichte, die er später aufschreiben wird. Das Mädchen selbst ist Hauptperson dieser Geschichte und sie ist zu dem Zeitpunkt erst 10 Jahre alt. Dodgson ist da 30 Jahre alt und wird bei den Eltern von Alice um deren Hand anhalten. Empört wird jeglicher Kontakt fortan verboten. Offensichtlich hatte der Autor in Bezug auf junge Mädchen ein richtiges Problem.

Benjamine Lacombe greift den Lolita-Komplex, die Nymphophilie, auffällig in seinen Bildern auf. Typisch für seine Darstellungen sind die großen Augen, hier im Zusammenhang eines Mädchens mit (zu) großem Kopf mit langen blonden, gelockten Haaren, dazu schmale Beine, die oft genug den Rock heben und insgesamt Laszivität ausstrahlen. Daneben zitiert er u. a. Andy Warhol (Campbell's Soup Can), zeichnet einen Dodo, lässt den Flamingo unter Alices Rock schauen, lässt sich Alice – ganz unschuldig – von den Hasen bekuscheln und vom Hutmachern ‚betatschen'.

Der Verlag hat dem Anspruch des Illustrators und dem Projekt eine herausragende Ausstattung an die Seite gestellt. Mehrfach kann man Seiten auf- oder hochklappen (... sie wuchs ... und wuchs ...), wird die Schriftgröße verändert, werden Absätze verdeutlicht, werden Schrift und/oder Schriftsatz gestaltet. Die zwölf Kapital sind neu betitelt, wie der ‚Jabberwocky' sehr ‚verständlich' übersetzt – ebenso die anderen mehr oder weniger kurzen Gedichte, die der Geschichte sehr gut tun, führen sie doch mindestens durch ihre Gestalt immer wieder ein wenig hinaus aus der Geschichte, um danach wieder neu eintauchen zu können. Eine Buchfassung, die nicht nur jeden Cent des Kaufpreises Wert ist, sondern auch jeden zweiten Blick verdient. 

Ein hervorragend gestaltetes und recherchiertes Buch mit behutsamen Textänderungen in den Übersetzungen, dazu aufwendige Bilder von höchster Qualität. Allein das Zusatzmaterial mit vielen Informationen rund um die Geschichte und den Autor verdient bereits großes Lob. Geeignet zum Vorlesen wie zum Staunen und Liebhaben!

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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