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So fremd, so schön

Autor / Illustrator: Cornelia Franz
Seitenzahl: 223
Erscheinungsjahr / Verlag: dtv, München 2016
ISBN: 9783423740203
Preis: 12,95
Genre: Adoleszenzroman
Thema: Liebe, Familie, Flüchtlinge
Zielgruppe: Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei

Kurze Inhaltsangabe

Joyce liebt Elias und Elias liebt Joyce, aber gibt es eine Hoffnung für ihre Liebe? – In Hamburg begegnen sich die beiden: Joyce aus Atlanta und Elias aus Äthiopien. Joyce lebt schon seit Jahren mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Martin dort, aber Elias ist erst vor einem Jahr die Flucht über Italien gelungen. Seitdem lebt er in einer Jugendwohngemeinschaft, gemeinsam mit zwei weiteren Flüchtlingen und hofft auf ein Bleiberecht in Deutschland. Taschenbuch, sehr empfehlenswert.

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Joyce liebt Elias und Elias liebt Joyce, aber gibt es eine Hoffnung für ihre Liebe? - In Hamburg begegnen sich die beiden: Joyce aus Atlanta und Elias aus Äthiopien. Joyce lebt schon seit Jahren mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Martin dort, aber Elias ist erst vor einem Jahr die Flucht über Italien gelungen. Seitdem lebt er in einer Jugendwohngemeinschaft, gemeinsam mit zwei weiteren Flüchtlingen und hofft auf ein Bleiberecht in Deutschland.

Nach und nach erfährt der Leser immer mehr (grausame) Details über Elias und seine Familie in Äthiopien. Sein Vater wurde ermordet, weil er sich gegen die Regierung aufgelehnt hat, seine kleine Schwester ist schwer erkrankt und verstorben, seine ältere Schwester durch Bakterien im fauligen Wasser erblindet.

Elias ist nun die Hoffnung der Familie. Für ihn wird Geld gesammelt und gespart, damit er, wenn er 16 ist, nach Europa gehen kann, um dort Karriere zu machen und seine Familie von den Geldsorgen zu erlösen.

Die andere Protagonistin, Joyce, geht aufs Gymnasium und ist gut integriert, aber dennoch fühlt sie sich mit Elias mehr verbunden als mit ihren Hamburger Freunden! Sie vermisst ihren Vater, von dem sie seit dem Verlassen ihrer Heimat nie wieder etwas gehört hat. Joyce' Mutter versucht, den Verlust ihres Mannes durch Arbeit zu kompensieren und merkt darüber nicht, dass ihr Sohn Martin ähnliche Alkoholprobleme wie ihr Ex-Mann zeigt.

Als Elias abgeschoben werden soll, weil er nur ein Wirtschaftsflüchtling ist, flieht er nach Neapel, aber Joyce kann ihn aufspüren und ihn überzeugen, mit ihr nach Deutschland zurückzukehren, weil seine Flucht nach Amerika mit einem gestohlenen amerikanischen Pass nie funktionieren würde. Einige Wochen lebt er gemeinsam mit ihr und ihrer Familie in Hamburg, flieht dann aber nach Schweden, weil er Angst hat, dass, wenn er einmal abgeschoben wird, ansonsten nirgendwo mehr in Europa Asyl bekommt. Elias wird zwar erwischt und wird in sein Heimatland ausgeflogen, aber er gibt dennoch die Hoffnung nicht auf, eines Tages ein besseres Leben führen zu dürfen und Joyce vielleicht wiederzusehen!

Ein spannender Jugendroman, der den Leser in seinen Bann zieht. Für jugendliche Leser ist die fremdartige Welt von Elias und seiner Familie in Äthiopien sicherlich nicht leicht zu verstehen und sie bedürfen einiger zusätzlicher Erläuterungen. Gut wären noch einige Hintergrundinformationen und eine Landkarte, vielleicht auch die Route des Fluchtweges.

Zu empfehlen als Freizeit-, aber auch als Arbeitslektüre, je nachdem welchen Themenschwerpunkt man in dem Buch wählen mag.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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