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Meine Omi, die Wörter und ich

Autor / Illustrator: Nikola Huppertz, Elsa Klever
Seitenzahl: 96
Erscheinungsjahr / Verlag: Tulipan München 2017
ISBN: 9783864292996
Preis: 15,00
Genre: Bilderbuch
Thema: Alter / Sprache / Familie
Zielgruppe: Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei

Kurze Inhaltsangabe

Wo kommen die Wörter her? Dieser poetischen Frage gehen die Autoren dieses Bilderbuches auf sinnliche und fantasievolle Weise nach.

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Am Anfang hat der Mensch keine Wörter. Wo kommen sie her, diese kleinen Alltagsbegleiter, die doch trotz aller Flüchtigkeit so wichtig für uns zu sein scheinen? Nikola Huppertz lässt ihren kindlichen Protagonisten Mio erzählen, wie das bei ihm war. Das erste Wort war nicht etwa Tiefseekabel oder Kommandokapsel, das erste Wort war Omi. Das hatte seinen Grund vor allen Dingen darin, dass die Wörter in der kleinen Wohnung der Oma zuhause zu sein schienen. Unendliche Wörterschätze konnte man dort entdecken, von Firlefanz bis Wetterleuchten. Immer gab es etwas zu benennen oder zu erzählen, sich vorzustellen oder zu erfinden. Die Wörter entwickelten dabei einen eigenen Klang, einen Körper und einen Geist, faszinierend und eindrücklich. Erst als der Oma die Wörter langsam abhanden kommen, stoßen auch Wörter von außen dazu, die der Junge zur Oma mitbringt. Doch sie finden dort kein Zuhause. Am Ende gibt es nur noch ein Wort bei Oma, und das ist Mio, der Name des Jungen.

Diese faszinierende Erzählung thematisiert das Mysterium der Sprache in eigentümlichen Formen. Die starke persönliche Bindung im Spracherwerb und die leibliche Sinnlichkeit der Wörter werden von dem Kind erfahren und rückblickend berichtet. Sprache ist dabei viel mehr als Kommunikationsmittel. Sie ist Spiel- und Erfahrungsraum, Ort der Weltbegegnung und Selbsterkundung - fast schon ein belebtes Gegnüber. Sprache wird zum Medium der Wirklichkeit und zur Folie für das subjektive Erlebnis.

Dieses Phänomen thematisieren die Autoren des vorliegenden Bilderbuchs. Nikola Huppertz Text wird begleitet von Elsa Klevers Bildern, die flächenhaft und monochrom koloriert in blau und orange gehalten die Erlebnisebene und die Vorstellungswelt des Jungen vermischen, Konkretes und Mentales in Szene setzen und die Durchdringung der Welt durch die Sprache nachdrücklich pointieren.

Insgesamt ein faszinierendes Bilderbuch - sensibel und tiefsinnig - sehr zu empfehlen!

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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