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Eddy. Der Elefant, der lieber klein bleiben wollte

Autor / Illustrator: Hans Traxler
Seitenzahl: 52
Erscheinungsjahr / Verlag: Hanser München 2017
ISBN: 9783446254916
Preis: 16,00
Genre: Bilderbuch
Thema:
Zielgruppe: Büchereigrundstock

Kurze Inhaltsangabe

Ein kleiner afrikanischer Elefant will nicht erwachsen werden. Das Leben in und die Fürsorge durch die Sippe sind so angenehm! Aber das Leben ist auch gefährlich in Afrika! Und dann kommt auch noch ein unbedachter Zauberspruch dazu. Prima Bilder in einer prima Geschichte.

Rezension oder literaturpädagogischer Praxistipp

Klein zu sein ist schön. Alle anderen helfen, wenn Hilfe gefordert wird. Man selbst kann Dinge ausprobieren, die auch mal daneben gehen. Wenn Gefahr droht, gibt es eine Hand, die den Schritt auf die Straße vor das herannahende Auto verhindert. Es ist so schön, klein - also unmündig - zu sein, zu bleiben.

Eddy ist Teil einer Elefantenherde, die ausschließlich aus weiblichen Elefanten und aus (deren) Kindern besteht. Warum sie nicht an einem Wasserloch verbleiben, wird nicht erörtert, aber um zum nächsten zu kommen, müssen die Erwachsenen die Richtung vorgeben (Eddy darf auf Tante Adele reiten, um nach grünen Pogo-Bäumen Ausschau zu halten).

Wir erfahren kurz und eindringlich unterschiedliche Aspekte des Elefantenlebens in Afrika. Elfenbeinjäger richten unsägliches Leid an. (Elefanten-) Familien, Sippen halten stark zusammen, sodass auch Löwen, die die Herde lange verfolgen, keine Chance bekommen, um Jungtiere (wie Eddy) zu jagen. Und wir erfahren, dass es Menschen in der Region gibt, die helfend eingreifen, um das Gleichgewicht in der Natur / im großen Naturpark möglichst zu erhalten.

Hans Traxler erzählt zwar eine Geschichte von Tieren aus der Savanne, aber wir erkennen schnell, dass sich Ort und Personen auf menschliche Situationen übertragen lassen. Eddy will nämlich nicht erwachsen werden. Da kommt der Zauberspruch des Schamanen gerade recht. Aber die Konsequenz heißt: Eddy wird kleiner und kleiner und kleiner ...

Der Autor ist zugleich Illustrator mit begnadeten Fähigkeiten, der seinen humorvollen Blick auf die Dinge auch auf das Papier bringen kann. Wenn wir auf das Cover schauen, so sehen wir einen riesigen afrikanischen Elefanten mit den großen Ohren, der deutlich den bergigen Horizont überragt. Knapp unterhalb der Kniehöhe lugt der kleine Eddy zwischen den Beinen heraus, schaut geradeso links an uns vorbei, während seine riesige Mutter gütig die Augen schließt. Auf dem Savannenboden sind hier und da kleine Steine in kurzer Reihe drapiert. Drei davon sind gar keine, sondern kleine gelbe Tiere, die die Szenerie betrachten und die wir später als Löwen identifizieren werden. Und Eddy könnten wir knuddeln, so lustig und neugierig schaut er in die Welt. Auf dem Vorsatz sehen wir dann diese Welt: Ein riesiger dunkelblauer Himmel mit ganz vielen kleinen Sternpunkten wölbt sich über die fast leere Savanne und den kleinen Eddy, der offensichtlich läuft, um irgendein Ziel zu erreichen. Wenn die Geschichte beginnt, sehen wir das Ziel. Klein Eddy muss sich kräftig sputen, um mit der Herde Schritt zu halten. Da haben es der Laufvogel Strauß (der taucht in vielen Bildern als Running Gag auf) im Hintergrund und noch weiter dahinter die kleine Giraffenherde viel leichter, die Geier sowieso.

Die Bilder sind zumeist ockerfarben gestaltet, viele haben einen schmalen Rahmen. Der Text ist zentriert darunter gedruckt und lässt sich sehr passend für Vorlesen und Bildanschauen vortragen.

Für Kinder ab 4 Jahren sehr gut geeignet.

www.ajum.de


Rezensent: AJuM
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