Bundesverband Leseförderung e.V.
Wir lesen, weil wir die Welt verstehen und gestalten wollen

Grundsätzliches zur Weiterbildung

„Obwohl das Aufgabenfeld Lese- und Literaturpädagogik – Sprachförderung bzw. bibliothekspädagogische Aufgaben – in den letzten Jahren stark zugenommen hat, gibt es leider kein gezieltes Weiterbildungsangebot. Auch geht in der bibliothekarischen Ausbildung der Anteil der Angebote für speziell kinder- und jugendbibliothekarische Aufgabenstellungen eher zurück. Deshalb haben Bibliotheken in der Region schon mehrfach von diesem Weiterbildungsangebot profitiert.“

Monika Ziller, Leiterin der Stadtbibliothek Heilbronn

Mit der Weiterbildung Lese- und Literaturpädagogik wird die bisherige Leerstelle einer bundesweiten Qualifizierung lesefördernder Maßnahmen gefüllt

Weder dem schulischen Leseunterricht und seiner Form der Literaturvermittlung noch der Vielzahl von ehrenamtlichen oder außerschulischen Akteuren gelingt es, mehr Schülerinnen und Schüler zu begeisterten und zu guten Lesern werden zu lassen. Dem Verband stellte sich die Frage, welche Kompetenzen hierzu von Nöten sind, was zur Entwicklung der berufsqualifizierenden Weiterbildung "Lese- und Literaturpädagogik" führte. In deren Mittelpunkt stehen keine Rezepte, die bei korrekter Durchführung zum gewünschten Erfolg führen. Vielmehr ist die Bereitschaft, an den eigenen Fähigkeiten zu arbeiten, Voraussetzung dafür, Kindern gewinnbringende Zugänge zum Lesen und zur Literatur zu vermitteln.

Bereitschaft, an den eigenen Fähigkeiten zu arbeiten

Die Teilnahme an der Weiterbildung setzt neben dem persönlichen Interesse die Bereitschaft voraus, Kinder und Jugendliche in ihrer Lebenswelt wahrzunehmen und ihnen genussvolle Zugänge zum Lesen ermöglichen zu wollen. Dafür bedienen sich Lese- und Literaturpädagogen aller zum Lesen animierenden Medien sowie Darstellungsformen der Kunst-, Musik-, Spiel- und Theaterpädagogik. Als Kriterien für die Auswahl der Zugänge gelten zum einen die Eignung für die individuelle Zielgruppe und zum anderen die Eignung anderer künstlerischer Zugänge als methodisch-sinnliche Brücken. Literatur unmittelbar erfahrbar zu machen, ist für einen Lese- und Literaturpädagogen die grundlegende Maxime.


Umfang der Weiterbildung

Die Vermittlung der notwendigen Personal-, Sozial-, Fach- und Methodenkompetenzen erfolgt innerhalb der Module des Curriculums. Diese entsprechen der zweiten Studienstufe des Europäischen Kompetenzrahmens (EQR; Vergleichbarkeit beruflicher Qualifikationen). Der Abschlussgrad ist mit der Qualifikationsstufe sieben erreicht.

Die Weiterbildung gliedert sich in Präsenz-, Praxis- und Selbststudienzeiten. Das Curriculum umfasst mindestens 356 Unterrichtseinheiten – zuzüglich Selbststudienzeiten im Umfang von 600 Unterrichtseinheiten – plus 400 Praxiseinheiten. Bei den Praxisstunden werden 133 Unterrichtseinheiten für die Konzeptionsstunden anerkannt. Von den verbleibenden Praxiseinheiten – also abzüglich der Konzeptionsstunden – müssen mindestens ein Drittel mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mit Multiplikatoren oder anderen Zielgruppen zu Kinder- und Jugendliteratur zu arbeiten. Im Mittelpunkt steht damit immer die Kinder- und Jugendliteratur, aber nicht zwingend Kinder- und Jugendliche.

Der theoretische Teil der Weiterbildung vermittelt Kenntnisse in den Fachbereichen Pädagogik und Entwicklungspsychologie; Kinder- und Jugendliteratur; Planung, Organisation, Public Relations und Management; Erzählen, Vorlesen und Schreiben sowie Literacy und Lesedidaktik.

56 Unterrichtseinheiten können, je nach beruflicher Vorbildung oder persönlichem Schwerpunkt, individuell variiert werden.

Die nachweisbaren Vorkenntnisse innerhalb eines Fachbereichs werden auf Anfrage berücksichtigt, allerdings ohne die Gesamtzahl der Unterrichtseinheiten zu reduzieren. Die Weiterbildung schließt mit einer Facharbeit über ein Praxisprojekt sowie einem mündlichen Abschlusskolloquium innerhalb von zwei Jahren nach Beginn des ersten Weiterbildungsmoduls ab. Nach Rücksprache kann der Zeitraum um ein Jahr verlängert werden.


Bildungsurlaub und Freistellung

Die Rahmenvorgaben der Weiterbildung entsprechen den Anforderungen des Berufsbildungsgesetzes (BBiG, Kapitel 2: Berufliche Fortbildung), wodurch die Grundlagen für möglichen Bildungsurlaub, Freistellung durch den Arbeitgeber sowie Kostenabrechnung gegeben sind.

Stand: Januar 2014


Eingeschränkte Fortbildungsangebote

Einzelne Fortbildungsangebote sind Teilnehmern aus dem Bundesland, in dem sich die jeweilige Institution befindet, vorbehalten. Bitte erkundigen Sie sich bei Anmeldung, ob eine Teilnahme für Sie möglich ist. Der Verband arbeitet an einer Lösung, dass sämtliche Angebote der Weiterbildung Lese- und Literaturpädagogik allen Weiterbildungsteilnehmern zur Verfügung stehen.


Bundesverband Leseförderung e.V. | Rathausstr. 37a | 52072 AachenTelefon: +49 (0)700 / 28 537 361 | Sprechzeiten: Di. 15–17 Uhr, Do. 10–12 Uhr
Ein Anruf aus dem deutschen Festnetz kostet:
Mo – Fr von 9 – 18 Uhr: 6,3 ct/30 Sekunden, übrige Zeit: 6,3 ct/Minute
Email: info@bundesverband-lesefoerderung.de© 2009 - 2017 by Bundesverband Leseförderung e.V.