Der Bildungsbericht 2026 macht deutlich, dass Bildungschancen in Deutschland nach wie vor eng mit der sozialen Herkunft verknüpft sind. Kinder starten mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen ins Bildungssystem, deren Ursachen oft lange vor der Einschulung liegen. Gerade im Bereich Sprache und Lesen zeigen sich bereits in den ersten Lebensjahren erhebliche Unterschiede, die den weiteren Bildungsweg prägen.
Für den Bundesverband Leseförderung ist diese Erkenntnis nicht neu. Seit Jahren beobachten wir, wie stark frühe Bildungs- und Sprachchancen die Bildungsbiografien von Kindern beeinflussen. Umso alarmierender ist daher, wie deutlich der Bildungsbericht erneut den Zusammenhang zwischen früher Förderung und Chancengerechtigkeit belegt.
Besonders kritisch sehen wir die Entscheidung, das bundesweite Programm „Lesestart 1-2-3“ Ende 2026 auslaufen zu lassen. Während der Bildungsbericht die Bedeutung früher Förderung für mehr Chancengerechtigkeit unterstreicht, endet mit „Lesestart 1-2-3“ eines der wenigen bundesweiten Programme, das Familien bereits in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder erreicht. Diese Entwicklung sendet das falsche Signal.
Leseförderung beginnt nicht erst mit dem Lesenlernen in der Schule. Sie beginnt dort, wo Kinder Geschichten hören, Bilder betrachten, Sprache entdecken und erste positive Erfahrungen mit Büchern machen. Gerade niedrigschwellige Angebote, die Familien unabhängig von Bildungsstand, Einkommen oder Herkunft erreichen, leisten hier einen wichtigen Beitrag.
Sprach-, Literacy- und Lesekompetenzen sind zentrale Voraussetzungen für Bildungserfolg, gesellschaftliche Teilhabe und demokratische Mitwirkung. Die Ergebnisse des Bildungsberichts sollten Anlass sein, erfolgreiche Programme der frühen Literacy- und Leseförderung nicht abzubauen, sondern langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln. Chancengerechtigkeit braucht gut qualifizierte Fachkräfte, verlässliche Förderangebote und eine nachhaltige Unterstützung von Familien von Anfang an.
Dafür setzt sich der BVL mit qualitativen Fortbildungen ein.
Zielgruppenorientierte Fortbildungen wie Literacy kompakt und ganztagsLesen sind eine zentrale Voraussetzung für wirkungsvolle Literacy- und Leseförderung und damit für Chancengerechtigkeit in der Bildung. Sie verbinden aktuelles Fachwissen mit praxisnahen Methoden und schaffen einen direkten Mehrwert für Teilnehmende.