Umfang der Weiterbildung
Die Weiterbildung Lese- und Literaturpädagogik (BVL) setzt sich aus einem theoretischen und einem praktischen Teil zusammen.
Theorie
Der theoretische Umfang beträgt insgesamt 600 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten (UE). Davon entfallen 356 UE auf Präsenz- und Onlineunterricht sowie 244 UE auf Selbststudienzeit.
Von den 356 UE dürfen maximal ein Drittel (119 UE) online und sollen mindestens zwei Drittel (237 UE) in Präsenz besucht werden.
Die Unterrichtseinheiten sind in einem fest zugewiesenen Umfang auf das Curriculum des BVL verteilt und decken folgende fünf Fachbereiche ab:
- Pädagogik und Entwicklungspsychologie
- Kinder- und Jugendliteratur
- Planung, Organisation, Public Relations und Management
- Erzählen, Vorlesen und Schreiben
- Literacy und Lesedidaktik
Jedem Fachbereich sind thematische Module zugeordnet. Um das Curriculum der Weiterbildung vollständig abzudecken, müssen diese Module in vorgegebenem Umfang belegt werden.
Alle besuchten Seminare werden über die Excel-Datei „Weiterbildungsnachweis_Excel“ dokumentiert. Die Teilnahmebestätigungen müssen zusätzlich aufbewahrt werden.
Die Selbststudienzeit dient der Vor- und Nachbereitung der besuchten Seminare, der vertiefenden Recherche und Lektüre sowie dem Besuch weiterer Seminare oder Zusatzmodule.
Anbietende der Weiterbildung
Seminare können flexibel bei BVL-zertifizierten Partnerinstitutionen belegt werden. Nur diese werden auf die Weiterbildung angerechnet.
Die Partnerinstitutionen handeln organisatorisch und finanziell eigenständig; die Teilnahmegebühren können daher variieren.
Praxis
Ergänzend umfasst die Weiterbildung zusätzlich 400 UE Praxisstunden. Diese dienen dem Transfer der theoretisch erworbenen fachlichen und methodischen Kenntnisse in die Praxis. Praxisstunden finden parallel zum theoretischen Teil der Weiterbildung statt und müssen sorgfältig dokumentiert und reflektiert werden.
Die Praxisstunden gliedern sich in 267 UE literaturpädagogisches Handeln (Praxis) und 133 UE literaturpädagogisches Planen (Konzeptionsstunden).
Mindestens ein Drittel der Praxisstunden muss mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt werden; die Arbeit mit Multiplikator:innen oder anderen Zielgruppen ist möglich. Im Mittelpunkt steht dabei immer Kinder- und Jugendliteratur, jedoch nicht zwingend die direkte Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen.
Praxisstunden werden über die Excel-Tabelle „Praxisstundennachweis_Excel“ dokumentiert. Als Nachweis und Reflexion muss der „Praxisbogen“ verwendet werden. Alle Unterlagen zur Dokumentation stehen unter Service / Dokumente / Downloads zur Weiterbildung zur Verfügung.
Dauer der Weiterbildung
Die Weiterbildung dauert regulär zwei Jahre. Eine Verlängerung auf maximal fünf Jahre ist möglich.
Nachweisbare Vorkenntnisse aus Berufs-, Studien- und Weiterbildungsabschlüssen können den Umfang um maximal 32 UE reduzieren (Entscheidung durch den Qualitätsbeirat).
Abschluss
Die Weiterbildung endet mit zwei Prüfungsleistungen:
- Einer schriftlichen Facharbeit mit vorangehendem Exposé zu einem selbst konzipierten und durchgeführten lese- und literaturpädagogischen Praxisprojekt
- Einem mündlichen Kolloquium, bestehend aus einer Präsentation des Projekts und einer anschließenden Fragerunde.
Facharbeit und Kolloquium fließen jeweils zu 50 % in die Abschlussbewertung ein.
Nach erfolgreichem Abschluss wird ein Zertifikat ausgestellt. Es berechtigt zum Führen der beruflichen Zusatzbezeichnung Lese- und Literaturpädagoge / Lese- und Literaturpädagogin (BVL).
Was müssen Lese- und Literaturpädagogen und -pädagoginnen können?
Lese- und Literaturpädagog:innen begeistern Kinder, Jugendliche und Erwachsene für Sprache, Geschichten und Literatur. Sie sind in schulischen und außerschulischen Einrichtungen tätig und verfügen über fundierte Kenntnisse der kindlichen und jugendlichen Entwicklung sowie ihrer sozialen und kulturellen Lebenswelten. Mit vielfältigen, kreativen und alters- und entwicklungsangemessenen Methoden vermitteln sie Kinder- und Jugendliteratur lebendig und wirksam.
Der Kompetenzrahmen Lese- und Literaturpädagogik beschreibt die fachlichen, methodischen, sozialen und personalen Kompetenzen, die Lese- und Literaturpädagog:innen mitbringen und im Verlauf ihrer Professionalisierung (weiter)entwickeln. Er bildet die Grundlage der modular aufgebauten gleichnamigen Weiterbildung.
Die Qualität der Weiterbildung zeigt sich insbesondere durch:
- klar definierte Zugangsvoraussetzungen und Kompetenzstufen,
- die kontinuierliche Entwicklung personaler, sozialer, methodischer und fachlicher Kompetenzen,
- die verpflichtende Präsentation und Reflexion der erworbenen Kompetenzen im Rahmen eines Abschlusskolloquiums,
- die Ausrichtung auf professionelles, reflektiertes Handeln in unterschiedlichen pädagogischen Praxisfeldern sowie
- die Erwartung einer fortdauernden Bereitschaft zu lebenslangem Lernen über den Abschluss hinaus.
Die in der Weiterbildung erworbenen fachlichen Kompetenzen entsprechen Stufe 7 des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) für lebenslanges Lernen.